BVK-Prozess
Gloors Jugendfreund ist sich keiner Schuld bewusst

Er sei sich keiner Schuld bewusst, sagte der Jugendfreund des ehemaligen BVK-Anlagechefs Daniel Gloor in seinem Schlusswort vor dem Zürcher Bezirksgericht. Er sei sehr betroffen davon, was ihm alles vorgeworfen werde.

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Daniel Gloor auf dem Weg vor Gericht (Archiv)

Daniel Gloor auf dem Weg vor Gericht (Archiv)

Keystone

Der Staatsanwalt wirft dem 57-jährigen ehemaligen Vermögensverwalter vor, er habe sich die Gunst des Hauptangeklagten Gloor erkauft, um an Aufträge zu kommen.

Von Günstlingswirtschaft könne aber keine Rede sein, sagte sein Anwalt in seinem Plädoyer. Die Anklage sei schlichtweg falsch und teilweise sogar «frei erfunden». Natürlich seien die Geschenke, etwa eine Harley Davidson und Golfreisen, sehr grosszügig gewesen. «Aber es waren nur zwei beste Freunde, die einander beschenken wollten.»

Sein Mandant sei vom Bestechungs-Vorwurf freizusprechen. Falls es zu einem Schuldspruch komme, sei höchstens eine bedingte Geldstrafe wegen Vorteilsgewährung angezeigt. Dies, wegen eines Darlehens, das sein Mandant dem BVK-Anlagechef gewährt habe.

Kritik am früheren Regierungsrat Huber

In seinem Plädoyer griff der Anwalt auch den früheren Finanzdirektor Christian Huber (SVP) an. Die Firma Complementa, welche die BVK-Investitionen kontrollierte, habe von der Beziehung zwischen Gloor und dem Vermögensverwalter gewusst. Sie habe dies als «nicht unproblematisch» beurteilt und Huber informiert, sagte der Anwalt.

Der Anwalt des Kantons Zürich nahm den ehemaligen Regierungsrat in Schutz. Huber sei nicht über die heikle Beziehung informiert worden. Gloor habe seine Freundschaft zum Chef der Vermögensverwaltungsfirma Argus geheimgehalten, betonte er.