FC Langenthal
Gibt es Morgen einen Langenthaler Tag?

Ein Grosser des Schweizer Fussballs ist morgen Mittwochabend um 19.30 Uhr im Rahmen des Schweizer Cups auf der Rankmatte beim FC Langenthal zu Gast: der FC Lausanne-Sport. Die Waadtländer sind klarer Favorit, aber der FCL will ihm ein Bein stellen.

Hans Mathys
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Hopp FC Langenthal

Hopp FC Langenthal

Solothurner Zeitung

Der FC Langenthal (2. Liga inter) will dem Publikum auf der Rankmatte im Cuphit gegen das zwei Ligen höher spielende Lausanne-Sport (Challenge League) ein Fussballfest bieten – die Mannschaft ebenso wie das elfköpfige OK und die etwa 80 Helfer. «Lausanne-Sport ist der klare Favorit. Ein FCL-Sieg wäre eine Überraschung», sind sich FCL-Präsident Guido Bardelli und OK-Präsident Remo Rudiger einig. «Wir sind stolz, gegen diesen Traditionsverein antreten zu dürfen, der dorthin zurück will, wo er früher war», sagt Bardelli. Er erinnert sich an die vielen Internationalen, die früher im Team der Waadtländer spielten.

Zurzeit setzt Lausanne-Sport (LS) zum Höhenflug an. Ziel ist der Aufstieg in die höchste Liga. Die Chancen stehen gut. Das Team von Martin Rueda ist nach sechs Siegen in sieben Spielen mit Lugano an der Tabellenspitze. Für Furore sorgte LS als Schweizer Cupfinalist mit der Qualifikation für die Europa League nach Siegen gegen Teams aus Bosnien, Dänemark und Russland. Nun heissen die Gegner ZSKA Moskau, Palermo und Sparta Prag. «Lausanne-Sport ist für uns ein attraktives Los», so Rudiger.

Vater bejubelt Sohn-Eigentor

Langenthal und Lausanne trafen sich schon einmal im Schweizer Cup. Im Dezember 1962 am Lac Léman im Sechzehntelfinal verlor der FCL sang- und klanglos 0 zu 6. Eine Anekdote zu jenem Match zirkuliert noch heute bei den älteren FCL-Fans: Paul Feuerstein, Vater von FCL-Libero Hans Feuerstein, kam leicht verspätet ins Stadion, als der Speaker «Feuerstein» als Torschütze verkündete und Vater Feuerstein ein kräftiges «Bravo Hausi» ins weite Oval brüllte. Der Entzückte musste aber sogleich erfahren, dass sein Sohn ins eigene Tor getroffen hatte.

Wie schon bei den letzten Cuppartien gegen höherklassige Gegner (2007 FC Luzern, 2009 FC Biel) hat der FC Langenthal ein Organisationskomitee gebildet, dem neben OK-Präsident Remo Rudiger und seinem Stellvertreter Roland Jungi auch Rolf Meyer, Walter und Rita Künzi, Willi Schmutz, Lars Rickli, Pascal Meyer, Guido Bardelli, Thomas Biedermann und Luciano Santoro angehören. «Ein fantastisches OK-Team. Es ist eine Riesenfreude, mit diesem zu arbeiten», sagt Rudiger schwärmend. Budgetiert seien 1000 Zuschauer. Er erwarte 1500 und hoffe sogar auf 2000. Rudiger prophezeit einen «schönen fünfstelligen Betrag» als Reingewinn. Dies sei möglich, weil man die Kosten im Griff habe, auf eine Zusatztribüne verzichte und auf grosszügige Sponsoren zählen dürfe. Er freut sich über das neue Zelt für Raclette-Plausch, Food-Corners sowie 80 verkaufte Matchbälle zu 200 Franken. Im Vorverkauf gingen bis gestern knapp 1000 Tickets weg. «Für die ersten 400 Damen gibt es eine Trüffel-Praline», so Rudiger.

«Wir sind nicht chancenlos»

Der FC Langenthal hat am Sonntag mit einem Sieg bei Alle Werbung in eigener Sache für das Cupspiel gemacht. Er bleibt in Meisterschaft und Cup ungeschlagen. Die Cup-Vorrundenspiele zu den Auswärtspartien gegen Diepoldsau, Muri AG und Höngg bescherten dem FCL bisher nur Defizite. Für die Partie gegen LS erhält der FCL vom Verband 3000 Franken. «Lausanne-Sport hat uns beim Auswärtsspiel in Allschwil am 4. September gefilmt», so Bardelli. «Die nehmen uns nicht auf die leichte Schulter», folgert er. «Wir sind nicht ganz chancenlos», sagt Bardelli und macht sich Mut. Er weiss aber um die Schwere der Aufgabe.

Ob der 22. September als «Langenthaler Tag» in die Geschichtsbücher eingeht: Johann Schneider-Ammann wird Bundesrat, und der FCL gewinnt den Cuphit gegen Lausanne-Sport?