Langenthal
Gibt es bald eine Metropole Langenbuchsee oder Herzogenthal?

Die Bombe ist geplatzt: Langenthal (15300 Einwohner) und Herzogenbuchsee (6766) planen die Fusion. Zwei Arbeitsgruppen beschäftigen sich gemäss Insidern mit ein Verträglichkeitsstudie für den Zusammenschluss der beiden Energiestädte.

Hans Mathys
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Haben Charlotte Ruf und Thomas Rufener heimlich die Fusion «ihrer» Gemeinden geplant?hml

Haben Charlotte Ruf und Thomas Rufener heimlich die Fusion «ihrer» Gemeinden geplant?hml

Die Bombe ist geplatzt: Langenthal (15300 Einwohner) und Herzogenbuchsee (6766) planen die Fusion. «Diese Heirat ist von langer Hand vorbereitet», weiss ein Insider, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. «Ruf und Rufener, das passt», sagt er. Für ihn sind die Namen Charlotte Ruf (Buchsis Gemeindepräsidentin) und Thomas Rufener (Langenthals Stadtpräsident) ein klarer Hinweis für die Fusion, die noch vom Stimmvolk der «Metropole des Oberaargaus» (Langenthal) und der «Krone der Region» (Buchsi) abzusegnen ist.

Langschorensee?

Je eine Arbeitsgruppe in Buchsi und Langenthal beschäftigt sich gemäss gut unterichteten Quellen damit, eine «Verträglichkeitsstudie» und eine «Unverträglichkeitsstudie» für die beiden Energiestädte zu kreieren. Der Name bietet Zündstoff: Langenbuchsee oder Herzogenthal? «Da haben wir auch ein Wörtchen mitzureden», riechen die Burger von Schoren Lunte. Für sie steht Langschorensee im Vordergrund. Den Schorenhoger wollen sie mit Weltcup-Skirennen vermarkten. Beat Feuz wäre der Wunschsieger, Didier Cuche nach seinem Rücktritt der Wunschvorfahrer.

Eine gestern in Herzogenbuchsee durchgeführte Umfrage zum Thema «Fusion mit Langenthal» hat gezeigt, dass sich die Euphorie in Grenzen hält. Eishockey- und Fussballfans begrüssen eine Fusion, Handball-Anhänger sind dagegen. Einige der Befragten befürchten, das «hinter dem Wald» liegende Langenthal würde das Diktat an sich reissen, die Alkiszene nach Buchsi auslagern, die Rosinen picken und Buchsi die Brosamen überlassen. Als Beispiel des Abhebens führen mehrere Buchser das Fasnachtsmotto 2012 in Langenthal an: «Mir flüüge.» Einen weiteren Beweis Langenthaler Abhebens sehen sie darin, dass in der Marktgasse das von 1996 bis 2005 durchgeführte Stabhochsprung-Meeting wieder aufleben soll.

Kleinkunst vs. Stadttheater

Dass zuweilen auch Buchsi berechtigten Grund zum Abheben hat, zeigt das Fazit von Regisseurin Beatrice Lanz nach den Top-Auftritten des 35-jährigen Theaterteams mit «Operation Voguschüchi» im Sonnensaal: «Ich schwebe auf Wolke 7.» Buchsi ist im Sektor Kleinkunst spitze. Langenthal aber verfügt über ein Stadttheater, das bis 2016 renoviert sein soll.

Im Sommer plant die Gartenoper im Rosengarten der Alten Mühle neun Vorstellungen von «L’elisir d’amore». Einen Pluspunkt bucht Langenthal mit dem neuen Wuhrplatz (exklusive Brunnen). Für den Festakt im Rahmen von 1150 Jahre Langenthal waren Regierungsrat Hans-Jürg Käser (trotz Jahrgang 1949 ohne graue Haare) und Stapi Thomas Rufener als Wuhrplatz-»Eröffner» gesetzt. Zudem wurden zwei «Publikumsschlüssel» für diese offizielle Eröffnung an «Leute aus dem Volk» verteilt. Dies mit der Aufforderung, die zwei Schlüssel bis zum «Stopp»-Ruf des Moderators zirkulieren zu lassen.

Wer hatte exakt jetzt den einen Schlüssel in der Hand? Ob Zufall oder nicht, es war Roland Christen, Stadtratspräsident 2011. Böse Zungen behaupten noch immer, der SVP-Polit-Stratege habe den Schlüssel so lange in seiner Hand monopolisiert, bis endlich das «Stopp» ertönte. Die Langenthaler also ein Volk von Schlitzohren? Buchsi will dem Fusionspartner jedenfalls gut auf Finger und Hände schauen.