Verschönerungsverein
Geschichten rund um den Tierpark in Langenthal

Das Interesse am Tierpark und damit am Verschönerungsverein Langenthal, welcher den Park betreibt, wächst ständig. Präsident Peter Richner konnte sich noch an eine Generalversammlung erinnern, die neben dem Vorstand nur von einer Person besucht wurde.

Urs Byland
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Die Zicklein präsentieren sich in der warmen Sonne. Sie müssen den Fuchs nicht mehr fürchten.uby

Die Zicklein präsentieren sich in der warmen Sonne. Sie müssen den Fuchs nicht mehr fürchten.uby

Heute zählt der Verein 736 Mitglieder, wie der Präsident Peter Richner im Traffeletsaal im «Bären» erzählte. Mehr als 30 Personen besuchten die kurz gehaltene Generalversammlung am Donnerstagabend und waren gespannt zu hören, was letztes Jahr im Tierpark ablief.

«Unser Tierpark präsentiert sich in einem sehr guten Zustand», versicherte der Präsident den Zuhörenden. Im seinem Jahresbericht erinnerte er an die Vereinsereignisse. Ersetzt werden musste der Damhirsch (aus Altersgründen). Der neue Dam-Platzhirsch stammt aus Heimenhausen und trägt den Namen Kurt, nach seinem Sponsor Vizepräsident Kurt W. Häni. Auch der Sikahirsch wurde ersetzt.

Der neue stammt aus dem Tierpark Längenberg in Affoltern am Albis. Zu den wesentlichen Ereignissen gehörten aber auch bauliche Massnahmen, die Anschaffung von Jacken für die Tierparkverantwortlichen oder die Anschaffung von Tierparkausweisen für die Vorstandsmitglieder und den Parkwächter. Die zweite Hauptaufgabe der Vereins, die Bewirtschaftung der Sitzbänke, ging dabei ebenfalls nicht unter. Viele der 150 Sitzbänke seien von Bank-Verwalter Hans-Peter Zingg kontrolliert und, wo nötig, repariert worden.

Die Tierbilanz

Beim Jahresbericht vom Chef Tierpark – Fritz Kurt versieht das Amt im ersten Jahr – darf jeweils mitgezählt werden. Das liest sich dann wie folgt: Rotwild, Bestand am 1. Januar 18 Tiere, Bestand am 1. Dezember 16 Tiere. 4 Hirsche wurden verkauft (lebend), 3 Spiesser wurden abgeschossen, ebenso eine Kuh, die nicht kalben konnte. Hinzugekommen sind 6 Kälber. Zudem habe im Winter ein fremder Hirsch dem Platzhirsch das Revier streitig machen wollen. Die zwei Hirsche haben sich bekämpft, immer mit dem Drahtzaun zwischen sich. Nun sei der Haag ausgebeult und defekt und müsse auf einer grossen Fläche ersetzt werden.

Fritz Kurt berichtete weiter über den Bestand des Damwilds, des Sikawilds, der Wildschweine, der Ponys und der Eselin. Diese ist noch alleine, aber trächtig. Gut möglich also, dass an der nächsten Generalversammlung von zwei Eseln berichtet werden dürfte. Für Aufregung bei den Zwergziegen sorgte im letzten Jahr ein Fuchs. Er holte sich 6 Zicklein. Als Gegenmassnahme wurde der Zaun verstärkt und elektrifiziert.

Dennoch staunte Fritz Kurt, als sich bei ihm eine Frau meldete, deren Handy im Gehege der Zwergziegen liege. «Sie habe telefoniert, dabei den Zaun berührt und einen Schlag erhalten. Dabei sei ihr das Handy aus der Hand gefallen», berichtet Kurt. Aber der Strom fliesse doch nur in der Nacht, habe er die Frau wissen lassen, und zum Beweis den Draht selber angefasst. «Das war ein Fehler.»

Positive Ertragslage

Positiv entwickelt sich die Rechnung des Vereins. Im letzten Jahr konnte ein Gewinn von 5600 Franken erwirtschaftet werden. Der Aufwand betrug stolze 71000 Franken. Beinahe die Hälfte des Ertrages, zirka 31000 Franken, erzielte der Verein mit dem Verkauf der Futtersäckli im Tierpark sowie den Spendengeldern in den beiden Kassen im Park. Mit dem Verkauf von Tieren erzielte der Verein einen Ertrag von 5800 Franken.

Geld brachten – wie erwähnt – 4 Hirsche, ein Damwild-Stier, ein Spiesser (Sikawild), 1 Frischling (junges Wildschein), 1 Fohlen (Pony) und 26 Kitzlein (Zwergziegen) ein. Der Fleischverkauf ergab 5700 Franken und die Mitgliederbeiträge sind mit 13700 Franken verbucht. Die Gönnerinnen und Gönner (9400 Franken) wurden in einer aufgelegten Liste erwähnt. Und die Stadt Langenthal sprach ihrerseits 9600 Franken für den Tierpark. Zusätzlich entlöhnt sie den Tierparkwächter für dessen Arbeit unter der Woche. Bei den Ausgaben fielen die Posten Unterhalt Tierpark, Futtermittel und Löhne am meisten ins Gewicht.