Limmattal
Geschäfter atmen auf: Das Ende der Wartezeit ist in Sicht

Einige Limmattaler Geschäfte stehen in den Startlöchern, um am 27. April wieder ihre Tore für die Kundschaft zu öffnen.

Lydia Lippuner
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Das Unterengstringer Gartencenter Hoffmann bereitet sich auf die Wiedereröffnung vor. Bild: Keystone (Unterengstringen, 16. April 2020)

Das Unterengstringer Gartencenter Hoffmann bereitet sich auf die Wiedereröffnung vor. Bild: Keystone (Unterengstringen, 16. April 2020)

Limmattaler Zeitung

Blumenläden, Coiffeure, Kosmetikstudios und Bau- und Gartencenter atmeten auf. Sie dürfen am 27. April ihre Dienstleistungen wieder anbieten. Laut dem Beschluss des Bundesrats kann jedoch nur öffnen, wer ein Schutzkonzept für Kundschaft und Angestellte vorweist.
«Wir sind bereit. Ich bin schon seit einigen Wochen daran, Schutzbekleidung zu kaufen», sagt Sandra Scandurra-Preite. Sie führt das Dietiker Kosmetikstudio Beauty Case. Nach der sechswöchigen Pause wird ihr Team wieder die Arbeit aufnehmen. Als Vorbereitung habe sie sich ein Lager von über 1000 Masken, einigen Gesichtsschützen, Schürzen und vielen Handschuhen angeschafft. So wolle sie ihr Team und die Kundschaft schützen. Komme ein Kunde, müsse er nach dem Neustart zuerst seine Hände waschen und desinfizieren.
Als sie telefonisch nach den abgemachten Terminen fragte, spürte sie bislang keine Zurückhaltung von Seiten der Kunden. Im Gegenteil: «Wir haben bereits die Agenda der ersten zwei Wochen voll mit Behandlungen», sagt sie. Erst ab Mai seien wieder einige Stunden frei. «Wir sind froh, dass wir wieder arbeiten können und wieder glückliche Kunden zur Türe hinauslaufen sehen. Dafür sind wir ja da», sagt die Geschäftsführerin.

Die Blumen Oase hatte einen strengen Alltag

Die Mitarbeiterinnen der Blumen Oase in Oetwil hatten in den vergangenen Wochen alles andere als einen ruhigen Arbeitsalltag. «Dank vielen Telefon-Anfragen und E-Mails konnten wir in den letzten Tagen bereits viele Bestellungen ausführen. Das Telefon läutete nonstop und wir waren von frühmorgens bis spätabends beschäftigt, um alle Bestellungen termingerecht ausführen zu können», sagt Caroline Grunder, Geschäftsführerin der Blumen Oase. Sie und ihr Team sind aber gerade in dieser schwierigen Zeit sehr dankbar für die Unterstützung durch ihre Kundschaft.
Momentan kann sie den nötigen Abstand unter den Mitarbeitenden gut einhalten. ­Sobald der Laden aber wieder aufgehe, wird sie ein Kundenkontingent einführen müssen, da es sonst zu eng wird. «In den nächsten Tagen werden wir die allgemeinen weiteren Schutzmassnahmen festlegen, welche wir einführen werden», sagt Grunder. Ab dem 27. April wird es für alle einfacher werden, da es auch für die Kunden schwer gewesen sei, via Telefon ihre gewünschten Blumen zu bestellen. «Wenn wir den Namen von bestimmten Blumen nannten, konnten sich viele Kunden darunter kein Bild vorstellen und wussten nicht, wie diese aussehen», sagt Grunder.

Plexiglas zum Schutz

Auch die Gartencenter haben alle Hände voll zu tun. Das Gartencenter Hoffmann in Unterengstringen schliesst nächste Woche ganz, um Hunderte angestaute Bestellungen abzuarbeiten und sich auf die kommende Öffnung vorzubereiten. Von den Kunden werde nichts Spezielles erwartet. Mit 12000 Quadratmeter biete das Gelände genug Platz, damit man sich nicht zu nahe komme.
«Um die Verkäufer zu schützen, wollen wir Plexiglasscheiben bei den Kassen und Markierungen am Boden anbringen», sagt Michael Hoffmann, Geschäftsführer des Gartencenters. Er sei sehr froh, dass nun die Zeit der Online-Bestellungen vorüber sei. «Wir waren nur am Rennen. Im Gegenzug dazu stehen Aufwand und Ertrag in keiner Relation», sagt er. Er habe den zusätzlichen Service nur angeboten, damit die Kunden zum Nötigsten kommen. Ab dem 27. April solle aber wieder alles wie bis anhin laufen. «Das sollte auch gut klappen, da die Geschäfte dann ja europaweit wieder mehr oder weniger reibungslos funktionieren.»

Die Ungricht-Coiffeure bedienen weniger Plätze

Um die Abstandsbestimmungen einzuhalten, hat Intercoiffure Ungricht ein Konzept zur Wiedereröffnung ausgearbeitet. Jeder zweite Bedienungsplatz und jede zweite Waschstelle wird frei gelassen. Zudem stellt das Geschäft den Kundinnen und Kunden Masken zur Verfügung. Rasuren bieten sie vorerst keine an. «Da wir weniger Personal aufs Mal einsetzen können, werden unsere Mitarbeitenden ihre Arbeitszeiten vorübergehend anpassen. Wir werden die Öffnungszeiten vorläufig ausdehnen und sind für individuelle Anfragen offen, um möglichst alle unsere Kundinnen und Kunden bedienen zu können», sagt Tim Ungricht, Coiffeur bei Intercoiffure Ungricht in Dietikon. «Wir sind auch sehr froh darüber, dass wir über ein gutes Online-Buchungssystem verfügen, bei dem sich die Kundinnen und Kunden selbst einschreiben können, da zurzeit das Telefon mit Anrufen zu heiss laufen ­würde.»