Wynau
Gemeindepräsident David Herzig tritt per sofort zurück

Nach nur fünf Monaten legt David Herzig sein Amt als Gemeindepräsident nieder. Aus gesundheitlichen Gründen, wie er in einer Medienmitteilung schreibt.

Irmgard Bayard
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Tritt ab: David Herzig. bar

Tritt ab: David Herzig. bar

Solothurner Zeitung

Das Dorf an der Grenze zum Aargau kommt nicht zur Ruhe: Nach den Verfehlungen des Gemeindeschreibers und dem plötzlichen Rücktritt der langjährigen Gemeindepräsidentin Esther Plüss (FDP) im vergangenen Jahr wirft nun auch David Herzig (SVP) das Handtuch. Ein einem Herzinfarkt ähnlicher Vorfall habe bei ihm Besorgnis ausgelöst, schreibt der 23-Jährige in einer Medienmitteilung. «Ich habe deshalb beschlossen, alle meine politischen Ämter niederzulegen.»

Für Wynaus Gemeindeschreiberin Nelly Heusser und den Gemeinderat kam der Rücktritt aus heiterem Himmel. «Wir sind sehr überrascht und enttäuscht», sagte Heusser gestern, «auch wenn die Gründe nachvollziehbar sind.» Wie es weitergehe, sei noch offen, sagte sie. Herzig war auch Vertreter der Gemeinde im Regionalen Sozialdienst.

Das Präsidium übernimmt ad interim Vizepräsident Heinz Bäni (parteilos), der schon nach dem Weggang von Esther Plüss eingesprungen war. «Für mich ist das kein Problem», sagte er und zeigte sich optimistisch, dass er nur für kurze Zeit übernehmen müsse. «Ich hoffe auf eine saubere, langfristige Lösung.» Wie diese aussieht, weiss er allerdings auch nicht. «Es ist heute schwierig, engagierte Leute zu finden.» Für ihn selber kommt das Präsidium immer noch nicht infrage. «Ich bin auf regionaler Ebene, zum Beispiel im WUL, wo verschiedene Projekte laufen, stark engagiert.»

Bürgerliche gefordert

«Es liegt an den Bürgerlichen, einen geeigneten Kandidaten zu portieren», sagte Marie-Anne Reber, Präsidentin der SP. Sie wisse allerdings von den vergangenen Wahlen, wie schwierig es sei. Reber könnte sich deshalb auch vorstellen, dass sich alle Parteien an einen Tisch setzen, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

David Herzig bedauert, dass er durch seine gesundheitlichen Probleme zu diesem Schritt gezwungen worden sei. «Im Moment fühle ich mich gut», sagte er gestern. «Abgesehen von der psychischen Belastung durch die Tatsache, dass ich mit 23 Jahren bereits mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen habe.»

Herzig gibt auch das Amt als Sekretär der Jungen SVP Kanton Bern ab. Er schliesse zwar nicht aus, zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Politik einzusteigen. «Meine Gesundheit erfordert es aber, dass sie in der nächsten Zeit oberste Priorität auf meiner persönlichen Traktandenliste hat.»