Niederbipp
Gemaltes und Gestricktes in modernem Gewand

Farben, Formen und Materialien: Ruth Schlatter und Veronika Feuz stellen im «Räberstöckli» aus. Die Bilder überzeugen durch die Farbharmonien und die gekonnt eingesetzten Materialien.

Nicole Roth
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Die Künstlerinnen Ruth Schlatter-Roderer und Veronika Feuz-Luginbühl präsentieren ihre Objekte. NRN

Die Künstlerinnen Ruth Schlatter-Roderer und Veronika Feuz-Luginbühl präsentieren ihre Objekte. NRN

Solothurner Zeitung

Mit Ruth Schlatter-Roder und Veronika Feuz-Luginbühl zeigt man im «Räberstöckli» Niederbipp, dass Gemaltes und Gestricktes sehr modern umgesetzt werden kann. So überrascht vor allem die faszinierende Strickkunst von Feuz, die zu näherem Hinschauen verleitet. Die Bilder von Ruth Schlatter überzeugen durch die Farbharmonien und gekonnt eingesetzten Materialien.

«Ich arbeite sehr gerne experimentell», sagt Ruth Schlatter zu ihren Bildern. So verwendet sie verschiedenste Farbtypen und unter anderem auch Pigmente und Kohlestift. Ihre Collagen beeindrucken durch ihre Abstraktion, die manchmal durch mehrschichtiges Arbeiten erst ihren Weg zum Ziel finden.

«Meine Bilder entstehen im Prozess, bis der Punkt kommt, wo ich einhake und das Bild zur Vollendung bringe», sagt die gelernte Hauswirtschaftslehrerin und lange tätige Kunsttherapeutin. Ihr Malatelier in Roggwil benutzt sie sowohl als Arbeitsgebiet, wo sie Kurse anbietet, wie auch als Rückzugsort für sich selbst.

Aufgewachsen ist die 1948 geborene Künstlerin in Wengi bei Büren, lebt aber bereits seit vierzig Jahren in Roggwil. Man spürt, dass ihr der Umgang mit Menschen liegt und das Wissen im Umgang mit den Materialien sie immer auf frische Wege bringt.

Die Farben Rot und Blau dominieren in dieser Ausstellung, stehen in jeder Arbeit so eigen für sich selbst, dass es nie zum Überdruss wird. So versinkt man in den mystischen Blautönen, die zum Innehalten anregen.

«Natürlich gibt nicht jedes Blatt, das ich gestalte, ein Meisterwerk», sagt sie und schmunzelt. Dies müsse sie auch ihren Kursteilnehmer ab und an wieder sagen, das gehöre zu diesem Metier immer mit dazu.

Virtuosin der Garne und Farben

Veronika Feuz ist die, die mit der Stricknadel tanzt. Quasi eine Virtuosin der Garne und Farben. «Auch ich bin Hauswirtschaftslehrerin und gemeinsam mit Ruth Schlatter machte ich damals meine Ausbildung. Seither kennen wir uns», erklärt die 64-jährige Objektkünstlerin. Aufgewachsen ist sie in Bern und wohnt in Säriswil (Wohlen Bern).

Angefangen habe alles damit, dass sie für ihr Haus einen Wandschmuck kreieren wollte. So entstanden nach und nach mit viel Fleiss und noch mehr Ideen ihre aussergewöhnlichen Strickobjekte. «Die Zeit für ein Werk darf ich gar nicht rechnen, will ich auch nicht, denn die Freude daran überwiegt einfach.» Auch sie gab jahrelang Kurse und hatte bereits mehrere Ausstellungen.

Ihre Vorbilder zu den Arbeiten findet sie überwiegend in der Natur, so hält Feuz ein wachsames Auge auf Steine, Wurzeln oder Kapseln und vieles mehr. Man begegnet in dieser Ausstellung auch skurrilen Formen, die sehr organisch wirken.

Es begegnen einem Wesen wie tief versunken aus dem Meer, die in ihrer Schönheit und Formengebung sehr anziehend wirken. Die Technik von Feuz basiere auf einem Träger, der immer gestrickt sei, dann entwickle sie ihr Objekt immer weiter.

«Für mich ist es ein Spiel mit Garnen, Farben und Formen», sagt sie, und übrigens: Für ihre Stricktechnik gibt es nirgends eine Anleitung – selbst ist die Frau und gut ist die Frau.

Vernissage: Samstag, 3. September, 18 bis 21 Uhr. Öffnungszeiten: bis am 18. September 2011, Mittwoch, 14 bis 18 Uhr, Samstag, 14 bis 18 Uhr, Sonntag, 11 bis 17 Uhr. Finissage: 18. September, 17 bis 20 Uhr.

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