Ausgrabung
Gebäude entdeckt: Die Römer lebten früher auch in Attiswil

Der Archäologische Dienst des Kantons Bern hat bei Rettungsgrabungen in Attiswil Reste römischer Gebäude freigelegt. Weil zwischen den Grundmauern viele Feuerstellen entdeckt wurden, gehen die Fachleute von Gewerbegebäuden aus.

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Römische Mauern

Römische Mauern

bz Basellandschaftliche Zeitung

Auch die recht kleine Distanz von je 600 Metern zu den früher entdeckten Gutshöfen von Scharlematte im nahen Flumenthal und von Gärberhof/Attiswil weist für die Fachleute darauf hin, dass es sich nicht um einen weiteren Gutshof handelt.

Möglicherweise seien die neu entdeckten Gebäude von den beiden benachbarten Gutshöfen gemeinsam unterhalten worden, heisst es in einer Mitteilung der kantonalen Erziehungsdirektion von heute. Gefunden wurden Mauerreste eines ersten, 12 mal 8,5 Meter messenden Gebäudes, das später einen Anbau erhielt. Danach wurde an der gleichen Stelle ein 22 mal 13 Meter messendes Gebäude aufgebaut. Bei dessen Untersuchung stellten die Archäologen fest, dass wohl wegen des Drucks des Hangs, in den die Gebäude gestellt wurden, seinerzeit eine Mauer umgekippt war.

Deshalb ergänzten die Römer dieses Gebäude nach diesem Zwischenfall talseitig mit einer neuen, massiveren Mauer.

Auch prähistorische Scherben entdeckt

Gegraben wird in Attiswil, weil an der fraglichen Stelle ein Mehrfamilienhaus gebaut werden soll. Bei der Erstellung der Zufahrt stiessen Bauarbeiter auch auf Scherben, welche die Archäologen als bronzezeitlich identifizierten. Auch Pfosten- und Siedlungsgruben traten zutage.

Laut der Mitteilung ist von früheren Funden her bekannt, dass schon zur Bronzezeit Menschen in Attiswil lebten.

Die Rettungsgrabungen dauern noch bis Februar 2012. Am kommenden Donnerstagnachmittag zeigen die Archäologen der Bevölkerung die ausgegrabenen Reste.

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