Garten
Garten gestalten: Tipps für den perfekten Gartensitzplatz

„Ein Garten kann eine Welt für sich werden, dabei ist ganz gleich, ob dieser Garten gross oder klein ist“, wusste schon der Wiener Dichter Hugo von Hofmannsthal. Tausende Hausbesitzer geniessen diese private „Welt“ (nicht nur im Sommer) und gestalten den Garten ganz nach ihren Vorstellungen. Sie kaufen Pflanzen und bereiten jene, die zum Überwintern in den Keller mussten, für ihren „Ausseneinsatz“ vor. Vor allem aber gestalten sie das Herzstück jeder Saison: den Gartensitzplatz.

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Der Gartensitzplatz verdient liebevolle Aufmerksamkeit, denn er macht den Garten zum sommerlich-grünen Wohnzimmer. Und wer nicht gerade in einen Landschaftsarchitekten investieren will, kann eigene Ideen entwickeln, um Garten und Gartensitzplatz zu gestalten. Einige der schönsten Einfälle haben wir hier für Sie zusammengetragen. Dabei geht es zunächst – und tatsächlich ist dies der entscheidende Punkt – nicht um den Sitzplatz selbst, sondern um den Blick, der sich für Familie und Gäste von hier aus eröffnet.

Sichtachse verleiht Grösse

Mag der Garten auch klein sein, was er bei den meisten Eigenheimen ist, mit ein wenig Sinn für Gestaltung kann man ihm optisch Grösse verleihen. Wie in den klassischen Gärten der Renaissance genügt dafür schon eine Sichtachse, die in kleineren Gärten meist mit der Wegführung zusammenfällt. Vom schön gestalteten Gartensitzplatz blickt man diese Achse hinab und benötigt nur noch einen „Point de Vue“, der die Augen fesselt und die Sinne belebt. Ein kleiner Springbrunnen, eine Statue, eine Plastik – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Gut geeignet sind auch üppige Pflanzkübel, zum Beispiel mit einem Olivenbaum, der dann im Zentrum steht. Die Pflanzen können, kräftige Transporteure vorausgesetzt, im Keller überwintern und werden von Jahr zu Jahr noch schöner.

Tipp: Wenn der Gartensitzplatz im Schatten liegt und die Sichtachse in die Sonne führt, ist der Effekt der Weite noch eindrucksvoller. Einen „Traumblick“ erhält, wer baulich die Möglichkeit besitzt, den Blick durch ein Tor zu führen, hinter dem sich der Garten öffnet.

Schachbrett

Ein wenig Mut und Arbeit braucht es schon, aber die Mühe lohnt sich: Wer auf die klassischen Blumenrabatten am Wegesrand verzichtet, kann Rasenfläche und Blumenpracht zu einer aufregenden Einheit verbinden. Dafür wird die verfügbare Rasenfläche, also nicht der Rasen, auf dem später mit den Kindern Federball gespielt werden soll, in ein Schachbrettmuster aufgeteilt. Die so entstehenden Quadrate können anschliessend im Wechsel mit Blumen und englischem Rasen bepflanzt werden. Wer es besonders raffiniert mag, stuft beim Kaufen der Pflanzen nach Grösse ab und platziert die höheren und weniger feinblättrigen Blumen in der Mitte. Damit entsteht zum farblichen auch ein räumlicher Effekt.

Tipp: Die Grösse der Pflanzquadrate richtet sich nach der verfügbaren Fläche. Nach Möglichkeit sollte auch die Gesamtfläche ein Quadrat bilden. Optimal sind je vier oder acht Pflanzquadrate pro Reihe. Gelingt das Werk, muss man den Garten gar nicht zwingend weiter gestalten und immer neue Pflanzen kaufen: Eine wilde Wiese hebt das Pflanz-Schachbrett sogar noch mehr hervor.

Privatsphäre in freier Natur: Gartensitzplatz gestalten

Selbst gesellige Menschen haben den nachvollziehbaren Wunsch, den Gartensitzplatz vor den Blicken der Nachbarn und Passanten abzuschirmen. Dieser Sichtschutz kann das optische Gesamtbild des Gartens allerdings erheblich stören und ganz ehrlich: Mit dem üblichen Sichtschutzzaun aus dem Baumarkt tut man sich zumindest solange keinen Gefallen, bis dieser hinter einer üppigen Kletter-Bepflanzung unsichtbar wird.

Hier drei raffinierte Sichtschutz-Alternativen:

Brennholz: Gestapelte Holzscheite sind in Form gebrachte Romantik und können zugleich einen wundervollen Sichtschutz bilden. Im Grunde benötigt man dafür nur einen grossen Holzkasten „Marke Eigenbau“ und die dicken Scheite selbst, die hineingestapelt werden. Wer geschickt ist, kann oben ein Doppelbrett einziehen, das zugleich als Ablage dient.

Weidengeflecht: Weide gibt es auch als Sichtelement zu kaufen, der gewünschte Effekt der naturnahen Begrenzung wird dabei jedoch nicht ausgeschöpft. Ein Weidenzaun sollte nach bestem Können selbst geflochten werden. Der Vorteil: Seine Schönheit gewinnt er durch die Fehler, die der Künstler macht. Pflanzen nutzen die Lücken, um sich durchzuzwängen und sorgen für ein stimmiges Gesamtbild. Ob Sie für diesen Effekt Pflanzen kaufen oder der Natur freie Hand lassen, ist Geschmackssache. Beides funktioniert.

Ziergräser: Pampasgras, Chinaschilf, Zebragras – für die wildromantische „Mauer“ aus Gräsern eignen sich zahlreiche Pflanzen. Wem der Eindruck letztlich doch zu wild ist, kann geschickt einige Findlinge platzieren, um optische Ruhe in das im Wind wogende Treiben zu bringen. Auch Bambus passt ganz hervorragend in diese Form der Gartengestaltung.

Tisch, Stühle & Co.

Den Gartensitzplatz zu gestalten, ist nicht zuletzt eine Frage der verfügbaren Fläche. Ganz wie im Innenraum auch stellt sich hier die Frage, ob Speisetisch und gemütliche Sitzecke getrennt werden können oder in ihrer Funktion vereint werden sollen. Ist Letzteres der Fall, sollte der Kompromiss bei den Möbelstücken zugunsten des Essplatzes ausfallen – schliesslich beginnen die meisten Gartenabende mit einem gemeinsamen Mahl vom Grill. Wer einfach nur gemütlich chillen will, kann vielleicht die eine oder andere Hängematte zwischen die Gartenbäume platzieren.

Um den Gartensitzplatz in diesem Sinne zu gestalten, sind gemütliche Rattan-Ohrensessel mit einer geraden hohen Lehne und dicken Polsterauflagen gut geeignet. Viele dieser Stühle für den Outdoor-Bereich bestehen inzwischen aus Polyrattan und sind damit weitgehend witterungsbeständig.

Auch wenn es sich um ein künstliches Material handelt, werden diese Stühle aufwendig per Hand geflochten, sind also nicht mit einfachen Plastikmöbeln zu vergleichen. Ein besonders nobler Eindruck entsteht, wenn sich neben dem Hauptplatz mit grossem Esstisch im Garten weitere Zweier-Plätze an kleinen Tischchen verteilen.

Das Beste zum Schluss: der Tisch. Massiv sollte er sein, viel Platz bieten und der unangefochtene Herrscher des Gartensitzplatzes sein. Ein bisschen ist hier die Frage, wie tief man in die Tasche greifen will und kann. Das Spektrum reicht von einer umgekippten Kabeltrommel (ohne Kabel), die einen stattlichen runden Tisch abgibt, bis zu überlangen Tischen, die aus einem einzigen Stamm oder alten Schiffsbohlen gefertigt wurden. Denken Sie daran: An diesem Tisch im schön gestalteten Garten werden Sie wahrscheinlich die meisten Sommer Ihres Lebens verbringen.