Unterengstringen
Für Thomas Hoffmann ist Kunst «keine Tätigkeit, sondern eine Lebenshaltung»

Der Musiker und Dichter Thomas Hoffmann hat sein drittes Soloalbum veröffentlicht.

Sandro Zimmerli
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Thomas Hoffmann sagt von sich, dass er ein Getriebener sei. Einer, der das Gefühl hat, niemals anzukommen.

Thomas Hoffmann sagt von sich, dass er ein Getriebener sei. Einer, der das Gefühl hat, niemals anzukommen.

Lea Hepp

Er will Spuren hinterlassen – musikalische Spuren. Seine jüngste heisst «Le Travelling begins». Es ist bereits das dritte Soloalbum des Unterengstringer Musikers und Dichters Thomas Hoffmann, der seit mittlerweile 16 Jahren mit seiner Band «Acapulco Stage Divers» auf der Bühne steht. Kommenden Samstag feiert er mit seinem neusten Werk Plattentaufe.
Es ist ein Album, das den Zuhörer getreu dem Titel durch Musikgeschichte und Geschichten reisen lässt. Denn Hoffmann, der sich in der Tradition eines Liedermachers sieht, «der sich durch seine Werke definiert, so verschieden sie auch sein mögen», ist sich treu geblieben. Folk und Pop, sparsam instrumentiert, bilden den Hintergrund für seine Erzählungen. Es sind kleine Geschichten über die grossen Gefühle wie die Liebe oder die Sehnsucht, den Alltag hinter sich zu lassen, in eine andere Welt aufzubrechen. Meist sind die Texte melancholisch, manchmal keimt Hoffnung auf. Dabei hat der 36-Jährige das Scheitern jedoch immer vor Augen.

Gitarrenlehrer sah keine Zukunft

Auch diesbezüglich steht er in der Tradition der Liedermacher. «Ich stehe auf der Seite der Gescheiterten», sagt Hoffmann. Ob er selber zu jenen gehört, hängt von der Perspektive ab. Natürlich wäre es schön, Erfolg zu haben, sagt Hoffmann. «Aber nur nach meinen Spielregeln. Nicht nach Regeln von aussen.» Ihm geht es um mehr, viel mehr. Es geht um die wahre Leidenschaft für die Kunst. Diese hat der Musiker, der beruflich als Bauleiter tätig ist, schon früh entdeckt. In der 6. Klasse begann er mit dem Gitarrenspielen, musste aber bereits ein halbes Jahr später von seinem Lehrer hören, er soll es doch bleiben zu lassen. «Seither spiele ich jeden Tag», so Hoffmann. Die Musik sei der Versuch, sich in dieser Welt zurechtzufinden, sich zu spüren. Deshalb ist Kunst für ihn «keine Tätigkeit, sondern eine Lebenshaltung».
Und da sind sie wieder, die Spuren, die er hinterlassen will. «Wenn ich dereinst auf mein Leben zurückblicke, dann ist die Musik das, was ich hinterlassen habe», sagt Hoffmann. Im jüngsten Fall kann er dabei auf die Unterstützung von befreundeten Musikern zählen. Dies ist nicht der einzige Unterschied zum Vorgängeralbum «Uranus Présent» von 2015, für das Hoffmann alle Instrumente selbst einspielte. Die Texte auf «Le Travelling begins» sind auch wieder auf Hochdeutsch und nicht mehr auf Mundart verfasst.

Der dritte Streich seit 2013 «Le Travelling begins» ist nach «Geboren 1980» aus dem Jahr 2013 und «Uranus Présent» von 2015 das dritte Soloalbum des Unterengstringer Musikers und Dichters Thomas Hoffmann. Der 36-Jährige ist Bauleiter. Wenn er nicht am Arbeiten ist, macht er Musik oder schreibt Gedichte. Er hat bereits mehrere Gedichtbände veröffentlicht. Hoffmann ist zudem Sänger und Gitarrist der vor 16 Jahren gegründeten Band «Acapulco Stage Divers». Sein neustes Album wird am Samstag, 23. April, um 21. 21 Uhr im «El Lokal» in Zürich getauft. Bezogen werden kann die CD im Plattenladen «Jamarico» oder unter https://thhoffmann.bandcamp.com.

Der dritte Streich seit 2013 «Le Travelling begins» ist nach «Geboren 1980» aus dem Jahr 2013 und «Uranus Présent» von 2015 das dritte Soloalbum des Unterengstringer Musikers und Dichters Thomas Hoffmann. Der 36-Jährige ist Bauleiter. Wenn er nicht am Arbeiten ist, macht er Musik oder schreibt Gedichte. Er hat bereits mehrere Gedichtbände veröffentlicht. Hoffmann ist zudem Sänger und Gitarrist der vor 16 Jahren gegründeten Band «Acapulco Stage Divers». Sein neustes Album wird am Samstag, 23. April, um 21. 21 Uhr im «El Lokal» in Zürich getauft. Bezogen werden kann die CD im Plattenladen «Jamarico» oder unter https://thhoffmann.bandcamp.com.

Zur Verfügung gestellt

Hoffmann kehrt damit nach einem Album zu jener Sprache zurück, in der er seit den Anfängen der «Acapulco Stage Divers» singt. Dies nicht etwa, weil ihm die Mundart zu langweilig wäre. Im Gegenteil. Mit dem Mundartalbum hatte sich der Musiker einen lang gehegten Wunsch erfüllt, wollte etwas Neues ausprobieren, damit die Musik nicht langweilig wird.

Nun singt er wieder auf Hochdeutsch, weil er das schon immer getan hat und weil «ich mich von Album zu Album wohler fühle im Umgang mit dieser Sprache», so Hoffmann. Komme hinzu, dass er von deutschen Kollegen höre, dass man seinem Gesang nicht anmerke, dass er Schweizer sei. «Gleichzeitig werde ich immer weniger danach gefragt, weshalb ich nicht englisch singe», sagt er. Das fasse er als Kompliment für seine hochdeutschen Texte auf.

Solche wird Hoffmann bald auch wieder für die «Acapulco Stage Divers» verfassen. Zusammen mit seinen Bandkollegen sei er daran, ein neues Album aufzunehmen, das Ende Jahr erscheinen soll, sagt er. Und auch für sein nächstes Solowerk hat er bereits wieder Material zusammen. Das passt zu einem, der von sich sagt, dass er ein Getriebener sei. Einer, der das Gefühl hat, niemals anzukommen. Obschon er neben seinen Alben bereits fünf Gedichtbände herausgegeben, einen Kurzfilm gedreht und verschiedentlich szenische Lesungen veranstaltet hat, scheinen Hoffmann die Ziele nicht auszugehen, im Gegenteil. «Ich habe eher Angst, dass ich nicht genug Zeit habe, alle umzusetzen.»

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