Staatsvertrag
Fluglärm-Gegner wollen erst einmal abwarten

Nachdem der Bundesrat die Botschaft zum Fluglärm-Staatsvertrag verabschiedet hat, wollen die Gegner aus den betroffenen Gemeinden rund um den Zürcher Flughafen abwarten. Deutschland solle den Staatsvertrag erst einmal ratifizieren, heisst es.

Daniel Fuchs
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Lärmende Flugzeuge über den Häusern: Wird es künftig auch vermehrt die Zürcher Goldküste treffen?

Lärmende Flugzeuge über den Häusern: Wird es künftig auch vermehrt die Zürcher Goldküste treffen?

Keystone

«Lassen wir den Deutschen den Vortritt», sagt der Präsident des Vereins Flugschneise Süd – Nein (VFSN), Thomas Morf. Er plädiert dafür, dass das Parlament den Entscheid Deutschlands abwartet, ehe es das Geschäft berät.

Eine Ratifizierung des Staatsvertrags auf deutscher Seite – daran glaubt Hanspeter Lienhart von der IG Nord nicht. Trotzdem: Auch er will erst einen Entscheid zu den Betriebsvarianten, wenn Deutschland den Staatsvertrag ratifiziert oder verworfen hat.

Grosser Ärger im Süden

Diese Varianten dürften viel zu reden geben. Verkehrsministerin Doris Leuthard will mehr Starts über die Goldküste im Süden. Sie findet Unterstützung in den nicht betroffenen Gebieten im Norden und Osten.

Fritz Kauf vom Verein Bürgerprotest Fluglärm Ost versteht nicht, dass Leuthard die Botschaft ohne Betriebsregime ins Parlament schickt. Doch für ihn ist klar: «Es werden alle Sektoren rund um den Flughafen ihre Lasten tragen müssen - so auch der Süden.» Dort aber ist der Ärger gross. Für Thomas Morf vom VFSN hat Leuthard jegliche Glaubwürdigkeit verloren.

Sie sei der Aviatiklobby auf den Leim gekrochen, sagt er. Man tendiere dazu, möglichst hohe Emissionen auf möglichst viele Menschen zu verteilen, statt möglichst tiefe auf möglichst wenige.

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