Dietikon
Finanzvorstand Rolf Schaeren ist zufrieden: «Das beste Ergebnis seit zehn Jahren»

Dietikons Jahresrechnung 2015 schliesst rund 13 Millionen besser ab als budgetiert.

Tobias Hänni
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Die Steuereinnahmen der Stadt Dietikon

Die Steuereinnahmen der Stadt Dietikon

Stadt Dietikon

Es ist wohl noch nicht oft vorgekommen, dass Dietikons Finanzvorstand Rolf Schaeren eine Jahresrechnung der Stadt als hervorragend bezeichnet hat. An der gestrigen Medienorientierung zur Rechnung 2015 tat er es. «Es ist das beste Ergebnis der letzten zehn Jahren», freute sich Schaeren. 12,7 Millionen Franken besser schnitt die Jahresrechnung gegenüber dem Budget ab. Der Wermutstropfen: Dieses Geld muss die Stadt vollumfänglich an den Kanton zurückzahlen. Dieser hat ihr für das Jahr 2015 nämlich 13 Millionen Franken aus dem Übergangsausgleich zugesichert. Mit dem erzielten Überschuss beansprucht die Stadt davon nur noch 300 000 Franken.

«Das ist sehr erfreulich», sagte Schaeren, der die Hoffnung hegt, dass es sich beim Ergebnis «nicht um eine Eintagsfliege handelt». Gehe es die nächsten Jahre weiter in diese Richtung, könne sich Dietikon langfristig vom Bezug jener kantonalen Ausgleichszahlungen befreien, für die der Kanton einen Mindeststeuerfuss vorschreibt: So sind die Zahlungen aus dem Übergangsausgleich an die Bedingung geknüpft, dass der Steuerfuss einer Gemeinde dem kantonalen Maximalwert entspricht. Dieser beträgt für die Jahre 2016 und 2017 das 1,35-Fache des kantonalen Durchschnittssteuerfusses oder einem Wert von 134 Prozent. Um diesen sehr hohen Steuerfuss zu vermeiden, setzt Dietikon seit diesem Jahr auf das kleinere Übel: auf den individuellen Sonderlastenausgleich, dessen Bezug der Stadt vom Kanton bereits zugesagt wurde, und der einen Steuerfuss von «bloss» 129 Prozent vorschreibt.

Steuerkraft steigt leicht

Dass die Rechnung 2015 12,7 Millionen Franken besser ausgefallen ist als budgetiert, liegt zu einem grossen Teil an den Steuereinnahmen. Diese sind mit 5,2 Millionen Franken deutlich höher ausgefallen als erwartet. Gegenüber 2014 nahmen die ordentlichen Steuern um rund 1,3 Millionen Franken zu. «Hier macht sich das Bevölkerungswachstum bemerkbar», sagte Schaeren. Neben den Steuereinnahmen ist 2015 auch die Steuerkraft pro Einwohner leicht gewachsen: gemäss provisorischer Rechnung der Stadt auf 2322 Franken (2014: 2259).

Dennoch ist Dietikon noch weit vom kantonalen Mittel entfernt, das für 2015 mit 3549 Franken angegeben wird. Mit der unterdurchschnittlichen Steuerkraft profitiert die Stadt auch weiterhin vom kantonalen Ressourcenausgleich, aus dem sie im vergangenen Jahr rund 38 Millionen Franken erhalten hat. Es sei möglich, dass mit der höheren Steuerkraft der Ausgleich für Dietikon 2017 tiefer ausfallen werde, so Schaeren. Neben höheren Steuererträgen trug auf der Einnahmenseite auch die Gewinnbeteiligung an der Zürcher Kantonalbank von 1,5 Millionen Franken zum besseren Ergebnis bei. «Wir haben zwar mit dieser Beteiligung gerechnet – aber nicht in dieser Höhe», sagte Schaeren.

Auf der Aufwandseite haben sich insbesondere tiefere Ausgaben bei der sozialen Wohlfahrt positiv aufs Ergebnis ausgewirkt. So konnte die Stadt das Budget bei der Sozialhilfe um rund 3 Millionen Franken unterschreiten. Dies, obwohl die Zahl der Sozialhilfebezüger nicht abgenommen hat, wie Schaeren sagte. Eine engere Fallführung und stärkere Kontrollen könnten zu den tieferen Kosten beigetragen haben. Schlechter als budgetiert schnitt die Stadt bei der Kleinkinderbetreuung und der Pflegefinanzierung ab. Diese kosteten sie 900 000, respektive 400 000 Franken mehr als vorgesehen. Wie in den Vorjahren verursachten die Soziale Wohlfahrt und die Bildung den weitaus grössten Teil des Aufwands.

Mehraufwand trotz Überschuss

Trotz des positiven Abschlusses muss die Stadt einen Aufwandüberschuss von rund 800 000 Franken hinnehmen (budgetiert waren 730 000 Franken). Der Grund: Der Kanton gleicht mit dem Übergangsausgleich nur notwendige Leistungen aus: Der Betrieb des Restaurants Krone oder des Skilifts, aber auch die freiwilligen Gemeindezuschüsse gehören nicht dazu. Der Aufwandüberschuss wird dem städtischen Eigenkapital belastet, das neu rund
71, 1 Millionen Franken beträgt.

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