Unfaire Busse
Fehlmessungen - vom Radar gleich doppelt geblitzt

Er ist der Schrecken aller Autofahrer: Der Blitzer. Besonders ärgerlich ist dann aber, wenn er nicht fair misst und den Lenker doppelt blitzt. Polizeiangaben zufolge, kommt das immer wieder vor.

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Jeder Autofahrer liebt sie, die Radarfallen. Nach Polizeiangaben kommen aber falsche Radarmessungen immer wieder mal vor (Themenbild).

Jeder Autofahrer liebt sie, die Radarfallen. Nach Polizeiangaben kommen aber falsche Radarmessungen immer wieder mal vor (Themenbild).

screenshot Kassensturz

Wie die Sendung «Kassensturz» des SRF berichtet, kommt es immer mal wieder vor, dass Autofahrer zu Unrecht gebüsst werden. Auch Verkäufer Guido Mancini machte diese Erfahrung. Auf seinem Weg zur Arbeit tappte er nach dem Gubrist-Tunnel in eine Radarfalle. Anstatt eine Busse, erhielt er gleich zwei. Doch als sei dies nicht genug, stimmten die gemessenen Geschwindigkeiten laut dem Schreiben der Kantonspolizei Zürich nicht einmal überein. Mancini soll einmal mit 98 km/h und einmal mit 103 km/h unterwegs gewesen sein. Für die erste Geschwindigkeitsüberschreitung gab es eine Busse in der Höhe von 120 Franken und für die zweite sollte er einen Betrag von 180 Franken zahlen.

Mancini ist kein Einzelfall

Laut Hansruedi Schenker, Geschäftsführer des Vereins Radarzentrale, sind falsche Radarmessungen nicht bloss eine Ausnahme. Zwei- bis dreimal wöchentlich würden sich bei ihm Autofahrer melden, die überzeugt seien, fälschlicherweise geblitzt worden zu sein. Melden sich mehrere Autofahrer wegen derselben Radaranlage, geht Schenker vor Gericht. Mehrere tausend Autofahrer hätten Dank ihm schon ihr Geld wieder zurückerhalten.

Betroffene sollen sich melden

Doch so weit soll es nicht kommen. Die Kantonspolizei Zürich ermuntert zu Unrecht gebüsste Autofahrer, sich zu melden. «In seltenen Fällen kann es sein, dass ein Radarstrahl von einem anderen Auto abgelenkt wird. Dadurch kann es zu einer sogenannten Doppelerfassung kommen», sagt Polizeisprecher Werner Schaub zu «Kassensturz». Normalerweise sollten solche Fehlmessungen von einem Messfunktionär oder in der Administration bemerkt werden - es gebe aber Ausnahmen, wie der Fall Mancini bestätigt.

Die Kantonspolizei entschuldigte sich für den Fehler und erliess ihm die ungerechtfertigte Busse. Sie will nun intern abklären, wie solche Fehlmessungen in Zukunft verhindert werden können.

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