Drogenhandel
FC Aarau-Legende nach Koks-Skandal seit 17 Tagen in Haft

1985 gewann er mit dem FC Aarau den Schweizer Cup, nun sitzt James Meyer in Untersuchungshaft. Es ist der nächste Tiefpunkt im Leben nach der Karriere als Fussballstar.

Roman Michel
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James Meyer absolvierte 54 Spiele für den FC Aarau und erzielte dabei 17 Tore.

James Meyer absolvierte 54 Spiele für den FC Aarau und erzielte dabei 17 Tore.

Keystone

Während fast zehn Jahren begeisterte James Meyer die Schweizer Fussballfans. Nach seinem Meistertitel mit dem FC Basel und einem Engagement in Luzern wechselte der Torjäger zum FC Aarau und erzielte in 54 Einsätzen starke 17 Treffer.

Höhepunkt während der Zeit im Brügglifeld: Der Cupgewinn 1985 unter dem heutigen Nationalcoach Ottmar Hitzfeld.

Den aktuellen Aufschwung seines Ex-Vereins FC Aarau erlebt «Little Jamesly», wie ihn die Fans nannten, allerdings nur aus dem Gefängnis. Anfangs Juni wurde er auf offener Strasse festgenommen, wie Simon Kopp, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Luzern, gegenüber dem Blick bestätigt:

«Er wurde an diesem Tag wegen Verdacht auf Betäubungsmitteldelikte festgenommen. Die Unter­suchung ist hängig, und es gilt die Unschuldsvermutung.»

Der Absturz nach der Karriere

Die Geschichte nahm im Oktober 1988 nach einer Kreuzbandverletzung seinen Lauf. Meyer wurde damals mit einem Kollegen an der französischen Grenze gestoppt. Auch mit dabei im Auto: Zwei Kilogramm Haschisch.

«Ich habe eine riesige Dummheit ­gemacht und bereue die Tat», sagte Meyer damals zu Blick. Das Duo erhielt je ein Jahr Zuchthaus unbedingt.

Doch Meyer konnte es auch in den Folgejahren nicht lassen: Ab 1993 lebte er bei seiner Mutter in Emmenbrücke. Das Nachtleben in Luzern war sein Leben, das Dealen mit Kokain sein Lebenselixier.

Zwei Jahre später erfolgte bereits die nächste Verhaftung: In seiner Wohnung und seinem Auto fand die Polizei über ein Kilo Koks.

Die Verhaftung anfangs Juli ist der nächste Tiefpunkt in Meyers schwierigem Leben nach der Karriere als Fussballstar.

Wegen Verdunkelungsgefahr muss Meyer im Gefängnis bleiben – seit 17 Tagen sitzt er nun bereits in Haft. Als Wiederholungstäter drohen dem ehemaligen Spitzenfussballer erneut mehrere Jahre Gefängnis.

Für Meyer selbst wohl etwas gar viel: Der mittlerweile 55-jährige soll laut Blick in Untersuchungshaft einen Nervenzusammenbruch erlitten haben und an eine Psychiatrie weitergewiesen worden sein.