Urdorf
Erste Uren-Metzgete: «Ein urchiger, typisch schweizerischer Abend»

Rippli, Leberli und Rösti: Die erste Uren-Metzgete in Urdorf war ein voller Erfolg und lockte rund 150 Personen in den Embrisaal.

Liana Soliman
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Gleich bei der ersten Ausführung ein Erfolg: Die Uren-Metzgete in Urdorf soll nächstes Jahr wieder stattfinden, wünschen die Gäste.

Gleich bei der ersten Ausführung ein Erfolg: Die Uren-Metzgete in Urdorf soll nächstes Jahr wieder stattfinden, wünschen die Gäste.

Liana Soliman

Metzgete hat Hochsaison. So fanden dieses Wochenende in der Region gleich zwei davon statt. Während die Huusmetzgete des Birmensdorfer Männerturnvereins bereits zum 37. Mal stattfand, kam es in Urdorf zur Premiere: Die Ur-Gruppe führte nämlich im Embrisaal ihre erste Uren-Metzgete durch. Am Samstagabend zog es rund 150 Personen von überall her dorthin. Beeindruckende 200 Kilogramm Fleisch vom Schwein, sprich Rippli, Speck, zirka 500 Würste (Buure-Bratwurst, Blut- und Leberwurst), Gnagi, Leberli und Kotelette wurden klassisch mit Rösti, Sauerkraut, Zwiebelsauce, Dörrbohnen und Salzkartoffeln aufgetischt. Kaum hatte die Trychler-Gruppe Rottenschwil den Abend eröffnet und Ronny Isenschmid, OK-Präsident und Obmann der Ur-Gruppe, eine Brauchtumsgruppe der Fasnachtsclique Schäflibach, seine Begrüssungsrede gehalten, stürmten die ersten paar Dutzend hungrigen Fleischliebhaber zum Buffet.

Die Metzgete als Vorläuferin der Anti-Foodwaste-Bewegung

«Als Verein wollten wir einen Anlass durchführen. Einerseits für uns, andererseits wollten wir auch die Öffentlichkeit willkommen heissen», sagt Isenschmid. Weil er Metzger sei, habe es natürlich auf der Hand gelegen, dass die Fasnachtsgruppe eine Metzgete durchführe mit dem Fleisch der Metzgerei Hildebrand, wo der Urdorfer arbeitet. «Es ist ein gemütlicher, familiärer, urchiger, typisch schweizerischer Bünzliabend. Das hat eben auch seinen Charme», sagt OK-Mitglied Thomas Wiedmer. Urdorf sei zudem ein besonders toller Ort für die Durchführung, weil die Gemeinde bekannt dafür ist, dass die Leute an solchen Anlässen zahlreich erscheinen.

Gemäss Isenschmid geht es aber auch um den Erhalt einer Tradition. Die Metzgete sei zu einer Zeit entstanden, als man die Schweine aus betriebswirtschaftlichen Gründen noch vor dem Winter schlachten musste. Die nicht lang haltbaren Teile wie die Innereien und das Blut wurden umgehend verwertet. «Es geht darum, möglichst das ganze Tier zu verwenden. Damit wurde schon früh Foodwaste verhindert», sagt der Metzger. Früher war Fleisch ein Luxusprodukt, weshalb man nicht so verschwenderisch damit umging wie heute. «Die Metzgete ist wohl die sinnvollste Art und Weise des Fleischverzehrs», stimmt auch Wiedmer zu.

Die Gäste freuen sich schon auf die nächste Metzgete

Die beiden Organisatoren zeigen sich zufrieden mit dem zahlreichen Erscheinen der Besucher, die sich feierlich die Bäuche vollschlugen, Wein, Bier oder Softdrinks tranken und dabei der heiteren Schwyzerörgelimusik der Wagemöösler Chlottermusig lauschten. Nach dem Auftritt des Entertainers Hubi Schnider liess man den Abend dann noch bei Kaffee und Kuchen ausklingen. Die Gäste waren begeistert. «Es ist wirklich sensationell und vor allem nichts Alltägliches. Mir hat alles geschmeckt», sagte der 56-jährige Schlieremer Fredi Bruderer.

Alt Gemeinderat Jürg Pauli (SVP) bedankte sich voll des Lobes: «Dies war ein Hochgenuss einer Metzgete, von einer jungen Generation organisiert. Die Musik passt, die Qualität ist unglaublich und die Stimmung heiter.» Es sei ein beispielhaftes kulinarisches Erlebnis gewesen und er freue sich schon auf das nächste Jahr.