Gefängnisausbruch Limmattal
Er hat Angela gebeten, ihn freizulassen – dafür drohen Hassan Kiko bis zu drei Jahre Haft

Der verurteilte Sexualstraftäter Hassan Kiko hat ein weiteres Verfahren am Hals. Weil er Angela Magdici gebeten hat, ihn freizulassen, droht ihm nun eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Sein Anwalt will auf Freispruch plädieren.

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Valentin Landmann (links) ist der Pflichtverteidiger von Hassan Kiko. (rechts)

Valentin Landmann (links) ist der Pflichtverteidiger von Hassan Kiko. (rechts)

AZ

Erneut ziehen dunkle Wolken über dem wohl berühmtesten Ausbrecherpaar auf. Bisher liess Valentin Landmann, der Anwalt von Hassan Kiko verlauten, dass sich sein Mandant mit dem Ausbruch nicht strafbar gemacht habe. Ein Verfahren könnte es höchstens geben, sollte Kiko seine Liebespartnerin zum Amtsmissbrauch angestiftet haben, hiess es Ende April.

Genau das droht dem bereits verurteilten Sexualstraftäter nun. Denn gemäss Landmann hat er die ehemalige Gefängnisaufseherin gebeten, ihn freizulassen. Dafür droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

«Für uns ist fraglich, ob eine reine Bitte oder Frage bereits eine Anstiftung darstellt«, sagt Landmann gegenüber «20 Minuten». Er will auf Freispruch plädieren. Auch bei dem hängigen Vergewaltigungsfall, dessen Verteidigung er ebenfalls übernommen hat. Wann dieser vor das Obergericht kommt, ist noch unklar.

Magdici im Talk Täglich, 23.Mai 2016 Angela Magdici mit ihrem Verteidiger Urs Huber und Moderator Markus Gilli.
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Angela M. und Hassan K. - was bisher passierte In der Nacht auf Dienstag, 9. Februar, verhalf die Gefängniswärterin Angela M. (32) dem Häftling Hassan K. (27) zur Flucht aus dem Gefängnis Limmattal in Dietikon.
Sie schloss die Türen auf, während ihr Kollege auf Nachtschicht schlief. Und: Bald ist klar, dass Angela M. und Hassan K. ein Liebespaar sind.
Hassan K. kam 2010 in die Schweiz. Er wurde vom Bezirksgericht Dietikon wegen Vergewaltigung einer knapp 16-Jährigen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil er es an das Zürcher Obergericht weiterzieht.
Angela M. ist in Wohlen AG aufgewachsen, trainierte dort Kickboxen. Vor der Flucht lebte sie seit drei Monaten von ihrem Mann getrennt, den sie 2014 geheiratet hatte.
Nach ihrer Flucht wurde bekannt, dass sie mit einem Auto über die Grenze zu Italien geflüchtet waren. Es handelte sich um einen schwarzen BMW X1 mit dem Kennzeichen ZH 528 411.
Am 21. März tauchte eine Video-Botschaft vom M. und K. auf: Die ehemalige Gefängniswärterin entschuldigte sich darin bei ihrer Familie und beteuerte, Kiko sei «der Mann ihres Lebens».
Gott habe sie für seine Flucht gesandt: So äusserte sich Hassan K. im Video über Angela M. Er beteuerte, er sei zu unrecht verurteilt worden und beklagte sich über die Haftumstände.
Gefängnispaar: Hat es das Video verraten? Wochenlang fahndeten die Behörden nach Angela Magdici und Hassan Kiko. Dann veröffentlichen diese eine Videobotschaft – und gaben der Polizei damit entscheidende Hinweise.
In der Nacht auf Karfreitag, 25. März, klickten die Handschellen: Sie und er waren im Bett, als nachts um 3 Uhr Polizisten die Wohnung stürmten. Die Wohnung befand sich in einem Hochhaus in Romano di Lombardia (I), rund 100 Kilometer von der Schweizer Grenze und 60 Kilometer östlich von Mailand entfernt. Angela M. wehrte sich so sehr, dass vier Beamte nötig waren, um sie zu überwältigen.
Seither sitzen sie in einem italienischen Gefängnis. Gemäss ihres Anwalts haben sie ihrer Auslieferung in die Schweiz zugestimmt.
Nach 66 Tagen war Angela M. am Donnerstag, 14. April 2016, zurück in der Schweiz. Bis zur Urteilsverkündung sass sie in Untersuchungshaft. In Chiasso übernahmen Schweizer Polizisten Angela M.

Magdici im Talk Täglich, 23.Mai 2016 Angela Magdici mit ihrem Verteidiger Urs Huber und Moderator Markus Gilli.

Screenshot Tele Züri

Angela Magdici hatte den verurteilten Sexualstraftäter im Februar aus dem Limmattaler Gefängnis befreit. Die beiden hielten sich rund zwei Monate versteckt, bis sie am Karfreitag von einer Sondereinheit der italienischen Polizei in ihrer Wohnung in Romano di Lombardia verhaftet wurden. Seit Donnerstag, 12. Mai, befindet sich nach Magdici auch Kiko wieder in der Schweiz. Angela Magdici ist auf freiem Fuss und wartet ihre Anklage wegen Befreiung eines Häftlings ab.

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