Oberbipp
Einstimmiges Ja zu Waldreservaten

Die Burgergemeindeversammlung von Oberbipp stimmte den Rodungsersatzmassnahmen im Längwald zu.

Kurt Nützi
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Solothurner Zeitung

Die Burgergemeindeversammlung stimmte der Schaffung eines Total- und Teilreservats in ihrem Waldgebiet als Ersatz für die Rodung für den Kiesabbau durch die Marti AG zu. Die 29 anwesenden Stimmberechtigten schufen mit ihrer Zustimmung zu Rodungsersatzmassnahmen die Voraussetzung, dass in etwa 15 Jahren der Kiesabbau im Längwald der Burgergemeinde Oberbipp beginnen kann. Bis zu diesem Zeitpunkt wird Kies aus den Waldungen im Längwald der Wiedlisbacher Burger gewonnen. Der Kanton Bern verlangt für die 600 Meter lange Kerbe, welche zum Kiesabbau in den Längwald geschnitten wird, von den drei involvierten Gemeinden Walliswil-Bipp, Wiedlisbach und Oberbipp Aufforstungen und ökologische Massnahmen.

René Obi, Präsident der Burgergemeinde Oberbipp, rekapitulierte, dass die Stimmberechtigten am 28. März 2007 an einer ausserordentlichen Burgerversammlung dem Kiesabbau durch die Marti AG zugestimmt hatten. Für die offene Grubenfläche, die 43 Jahre bestehen bleibe, müsse ein Rodungsersatz von 10,7 Hektaren geleistet werden. Der Burgerrat beabsichtigt, dieser Anforderung nachzukommen, indem 5,3 Hektaren Wald aufgeforstet und für 5,4 Hektaren der Wald ökologisch aufgewertet wird.

50 Jahre lang keine Waldnutzung

Der Burgerrat Jürg Mägli erläuterte dem Plenum die fünf Bewirtschaftungstypen mit einer Gesamtfläche von 31,5 ha. Diese sind: Totalwald-Reservat (5,3 ha), in dem keine Nutzung während 50 Jahren erlaubt ist, Nutzung mit Auflagen auf 12,1 ha, naturnahe Bestockungen, Waldrandaufwertungen und vorwachsender Waldrand. Der grösste Teil der Massnahmen sind im Waldgebiet am Nordrand des Längwalds östlich der SBBLinieWangen a/A–Niederbipp geplant. Die Waldrandaufwertungen gelten für zwanzig Jahre und werden in der «Obere und Untere Stiereweid» und im «Chapf», nördlich des Tanklagers, vorgenommen. All diese Massnahmen hätten aber keinen Einfluss auf den vom Kanton bewilligten jährlichen Hiebsatz von 2150 m3, beruhigte Mägli die Versammlungsteilnehmer.

Abgeltung durch die Kiesabbauerin

René Obi erläuterte den Dienstbarkeitsvertrag zwischen dem Kanton und der Burgergemeinde, die Bewirtschaftungsverträge zu den Waldreservaten sowie die Waldrandaufwertung zwischen der Marti AG und der Burgergemeinde. Für die ökologischen Massnahmen erhalten die Burger von der Marti AG finanzielle Abgeltungen. Ohne Gegenstimme genehmigte die Versammlung die Ersatzmassnahmen für den künftigen Kiesabbau. Obi freute sich: «Ihr habt soeben einem Jahrhundertwerk zugestimmt.»

Obi informierte weiter, dass die Einwohnergemeinde jährlich eine grosszügige Standortentschädigung von der Marti AG erhalte. Der Burgerpräsident präzisierte: «Die Burgergemeinde ist nach Gemeindegesetz verpflichtet, bei der Verwaltung ihrer Erträge in jedem Fall die Bedürfnisse der Einwohnergemeinde zu berücksichtigen.» Bis im Juni des nächsten Jahres sollte das komplizierte Regelwerk von den Einwohnerversammlungen der drei Gemeinden Wiedlisbach, Walliswil-Bipp und Oberbipp angenommen sein und dann in Kraft treten. Der Burgerrat Michael Mägli mit dem Ressort Finanzen erläuterte den Voranschlag 2011 mit einem Aufwand von 397000 Franken, einem Ertrag von 363000 Franken und einem massiven Defizit von 34000 Franken.

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