Gastronomie
Eine Privatstube für die Öffentlichkeit

Die St. Urbanstrasse, Richtung Passhöhe, hat im Gastrobereich Potenzial. McDonald’s, Brasserie Quelle, Zur Traube und auf der Passhöhe der Sternen decken auf kurzer Strecke verschiedene kulinarische Bedürfnisse ab. Nun kommt noch etwas neues hinzu.

Urs Byland
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Leonilde Egger eröffnet bald «bei Nilde». Gestalter Urs Stampfli hilft bei der Einrichtung des Lokals.uby

Leonilde Egger eröffnet bald «bei Nilde». Gestalter Urs Stampfli hilft bei der Einrichtung des Lokals.uby

Nun gesellt sich ein neues Lokal an der St. Urbanstrasse 31 zum bestehenden Angebot.

Laut Baugesuch soll dieses Lokal «bei Nilde» heissen. Der Name ist eine Anlehnung an den Vornamen der Betreiberin Leonilde Egger und gewissermassen Programm. Denn die gebürtige Portugiesin, die in der Region seit Jahrzehnten verwurzelt ist, will in Langenthal etwas ganz Neues anbieten. «Es wird kein Restaurant, wie man es schon kennt,» erklärt Leonilde Egger. «Es soll ein Treffpunkt werden, im Prinzip ein Zuhause, eine Privatstube für die Öffentlichkeit.»

«Kein Stressbetrieb»

Der neue Gastrobetrieb «bei Nilde» besteht nicht aus einer grossen Gaststube. Es ist eine Wohnung mit Zimmern, wo die Gäste in einer privaten Atmosphäre empfangen und bedient werden. «Es gibt keinen Stressbetrieb.» Sie liebe die Gesellschaft und sie sei sehr gerne mit Menschen zusammen, erklärt die zierliche Frau.

Die Mutter eines 15-jährigen Sohnes begann vor drei Jahrzehnten, in der Leinenweberei zu arbeiten. Ihre weiteren Stationen waren Arbeitsstellen bei einer Bank und bei einer Sicherheitsfirma in Zollikofen. Seit acht Jahren arbeitet sie im Design Center Langenthal vor allem für den Designpreis. «Dieses Lokal ist schon lange ein Wunsch von mir.» Sie vermisse in den lokalen Gaststätten die Herzlichkeit. Diese wolle sie bieten. «Wie wenn wir jemanden in unser Zuhause einladen.»

Als ein positives Beispiel kommt ihr das «A la carte» in den Sinn. «Aber was ich vorhabe, gibt es in Langenthal noch nicht.» Dem Baugesuch ist ein Konzept beigelegt, in dem diverse Möglichkeiten angesprochen werden. So ist von einer südländischen Atmosphäre die Rede, aber auch von einem kleinen Markt. Regionale Produkte könnten angeboten werden. Ursprünglich dachte sie an ein ganz kleines Lokal mit einem Tisch, «an dem man sich trifft».

Sie habe nach diesem kleinen Platz gesucht, einige Standorte schon in Betracht gezogen. «Freunde und Kolleginnen haben mich immer bei der Suche motiviert, und ich habe immer gesagt, irgend einmal kommt es schon.»

Dann fiel ihr Augenmerk auf die Liegenschaft an der St. Urbanstrasse 31, die der Sammelstiftung Pensionskassen Coopera gehört. «Das Lokal ist wie ein Traum», sagt Leonilde Egger. Sie will Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 19 Uhr öffnen. «Eventuell noch am Samstag, das haben wir uns noch offen gelassen. Die Leute sagen mir: es wäre so schön, am Morgen zum Markt zu gehen und anschliessend zu Dir.»

Ist man «bei Nilde» in der Wohnung, hat man zuerst das Gefühl, da müsse noch einiges gemacht werden. Die Wände sind teilweise unverputzt, die Balken freigelegt. «So soll es bleiben», sagt aber Gestalter Urs Stampfli, der Leonilde Egger berät und hilft. Die Böden sind hell, die Küche steht und auch der Platz für die Kaffeemaschine ist bereits definiert. – Im Prinzip. Urs Stampfli ist sich noch nicht ganz sicher.

Zuversicht ist da

Sobald die Bewilligungen vorliegen, will Leonilde Egger loslegen. «Vielleicht auch schon etwas früher. Ich will sanft einsteigen, die eine oder andere Gruppe bewirten. Es eilt nicht, aber ich zahle schon Miete.» Auf die Frage, wer Leonilde Egger im Betrieb helfen wird, schmunzelt Stampfli und sagt zuversichtlich: «Da muss sie sich dann sicher bald nach Verstärkung umschauen.» Er sei überzeugt, dass das Konzept von Leonilde Egger erfolgreich sein wird.