Aarwangen
Eine Metallbearbeitungsanlage in Grösse XXL

Schweissen, bohren, drehen, fräsen und lackieren: Dieses Metier beherrschen die 66 Angestellten der Bunorm AG in Aarwangen. Speziell ist, dass sich die Metallverarbeiterin vorwiegend auf grosse und grösste Teile ausrichtet.

Franz Schaible
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Bunorm-Chef Urs Morgenthaler vor einem Werkstück, welches auf der Anlage (hinten) bearbeitet wird. Hanspeter Bärtschi

Bunorm-Chef Urs Morgenthaler vor einem Werkstück, welches auf der Anlage (hinten) bearbeitet wird. Hanspeter Bärtschi

Die Mitarbeitenden der Bunorm AG in Aarwangen geben sich nicht mit Kleinem zufrieden. Im Metallverarbeitungsbetrieb ist alles ein bisschen grösser. «Wir befassen uns mit Werkteilen in der Grössenordnung von einer Zigarettenschachtel bis zum Lastwagen», sagt Urs Morgenthaler, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt.

«Wir sind ein Décolletagebetrieb in Grossausführung.» Wie zum Beweis schreitet der 47-jährige Unternehmer zügig voran und hält in der Werkhalle vor einer Metallbearbeitungsanlage in Grösse XXL.

«Darauf können wir mehrere Tonnen schwere Teile bis 12 Meter Länge bearbeiten, das heisst bohren und fräsen.» Gearbeitet werde trotzdem im Hochpräzisionsbereich, das heisst mit Toleranzen von Tausendstelmillimetern. In der Halle daneben warten gross dimensionierte Gehäuseteile für Turbolader, bestellt von der ABB Turbo Systems AG. Die Anlagen kommen in Schiffen, Kraftwerken und Lokomotiven zum Einsatz.

Die Bunorm AG erhalte von den Kunden, meist Anlagen- und Maschinenbauer im Bereich Automation, jeweils einen Zeichnungssatz für alle benötigten Teile. «Wir beschaffen im Stahlhandel das Material, schweissen die Teile zusammen und bearbeiten diese bis hin zum Lackieren», schildert Morgenthaler den «normalen» Arbeitsablauf. Eine Stärke der Firma sei es, dass der Kunde alle Teile aus einer Hand erhalte. «Wir sind ein klassischer Zulieferer.» Bearbeitet werden Teile aus Stahl, Guss und Aluminium.

Zufrieden mit dem Geschäftsverlauf

Mit dem Geschäftsverlauf zeigt sich der Unternehmer zufrieden. Umsatzzahlen verrät er aber nicht. Nach einem starken Wachstum habe sich der Umsatz in den vergangenen, wirtschaftlich schwierigen Jahren konstant entwickelt. Der Betrieb sei gut ausgelastet. So habe man nie Kurzarbeit einführen müssen.

Bauchweh bereitet aber auch ihm der Wechselkurs. Der Anteil der direkten Exporte liegt zwar nur bei 5 Prozent, aber indirekt, das heisst über die Kunden, kommen praktisch sämtliche von Bunorm bearbeiteten Teile im Ausland zum Einsatz.

«Unser Problem ist, dass die ausländischen Konkurrenten versuchen, mit günstigeren Angeboten im Schweizer Markt Fuss zu fassen. Der Preisdruck aus dem Ausland ist enorm, unsere Marge sinkt.» Zwar habe die festgelegte Untergrenze von Fr.1.20 zum Euro Planungssicherheit gebracht. Aber mittelfristig sei der Franken zu teuer.

Investitionen, um zu bestehen

Sein Rezept, um trotzdem im Markt bestehen zu können, lautet Investitionen. «Wir investieren im Durchschnitt jährlich eine Million Franken in den Maschinenpark. Nur so gelingt es uns, preislich mitzuhalten und die vielfach kurzfristigen Aufträge termingerecht abwickeln zu können.» Wie kurzfristig das Geschäft ist, zeigt sich am Arbeitsvorrat. Dieser liegt in der Regel bei nur sechs Wochen.

Beim Blick in die Zukunft kommt bei Urs Morgenthaler das Unternehmerblut zum Vorschein. «Trotz des vermeintlich teuren Werkplatzes Schweiz haben wir Chancen, auf dem Markt zu bestehen.»

Bei der Produktentwicklung sei stetige Innovation gefragt, bei der Fertigung der Einsatz modernster Infrastruktur. Zudem müsse – wenn möglich – jeder Betrieb für beruflichen Nachwuchs sorgen und Lernende ausbilden. Kurz: «Wir müssen einfach besser sein als die ausländische Konkurrenz.» Dass dies möglich sei, bewiesen zig Firmen, die trotz Wechselkursproblemen ihre Produkte erfolgreich exportieren können. «Vor diesen Unternehmern ziehe ich den Hut.»