Dübendorf
Ein Taxifahrer wurde mit einem Messer attackiert: 63 Monate Freiheitsentzug

Wegen zwei Gewaltexzessen ist ein 42-jähriger Mann am Freitag vom Zürcher Obergericht der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen worden. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten.

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Der Täter stach dem Taxichauffeur zweimal in die Brust.

Der Täter stach dem Taxichauffeur zweimal in die Brust.

Der Mann hatte sich im Oktober 2010 nachts von einem ihm bekannten Taxifahrer aus Dübendorf nach Hause chauffieren lassen. In Wallisellen verlangte er einen Stopp. Kaum hatte der Lenker gebremst, ging der Fahrgast auf ihn los. Er hieb ihm den Ellbogen ins Gesicht und drohte ihm, ihn umzubringen.

Mit einem Messer stach er zwei Mal in die Brustgegend des überraschten Opfers. Mit Glück blieb der Chauffeur leicht verletzt und vermochte aus dem Wagen flüchten. Auf seine Frage nach der Ursache der Attacke behauptete der Angreifer, der Taxifahrer habe seine Ex-Frau schlechtgemacht. Dem entgegnete der Angegriffene, er habe nicht einmal gewusst, dass der andere verheiratet gewesen sei.

Baseballschläger-Attacke

Wenige Tage später wurde der Messerstecher festgenommen. Im Laufe der Untersuchung kam ein anderer Gewaltexzess an den Tag. In seiner Pizzeria hatte er einen knappen Monat später den früheren Pächter des Lokals mit einem Baselballschläger angegriffen. Ein Angestellter konnte ihn gerade noch stoppen.

Der Beschuldigte stellte vor Gericht jegliche Tötungsabsicht in Abrede. Er habe den Taxifahrer mit dem Messer bloss gekratzt. Sein Verteidiger plädierte auf eine bedingte Freiheitsstrafe von elfeinhalb Monaten wegen einfacher Körperverletzung. Demgegenüber forderte die Staatsanwaltscahft acht Jahre Freizeitsentzug.

Das Gericht glaubte der Darstellung des Taxifahrers. Es sprach den Beschuldigten der versuchten vorsätzlich Tötung und der versuchten Drohung mit dem Baselballschläger schuldig und legte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monate fest. Damit bestätigte es das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom vergangenen November.