Tabeo
Ein Segen für die Angehörigen seit zehn Jahren

Tabeo, das Oberaargauer Tageszentrum für Betagte, hielt an der Mitgliederversammlung Ausblick – und feierte Jubiläum. Seit 10 Jahren ist die Erfolgsgeschichte bereits im Gange.

Hans Mathys
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Alterswohnungen an der Haldenstrasse 32 – zuoberst ist das Tabeodomiziliert, das Tageszentrum für Betagte im Oberaargau. hml

Alterswohnungen an der Haldenstrasse 32 – zuoberst ist das Tabeodomiziliert, das Tageszentrum für Betagte im Oberaargau. hml

«Das Tabeo ist im Oberaargau sehr gut etabliert und nicht mehr wegzudenken», hielt Präsidentin Sigrun Kuhn-Hopp an der Mitgliederversammlung des Vereins Tabeo in der Alten Mühle fest. Das Tageszentrum entlastet und unterstützt pflegende sowie betreuende Angehörige, indem es sich temporär (meist) älterer Menschen mit psychogenetischem Betreuungsbedarf annimmt.

Das Tageszentrum arbeitet nicht gewinnorientiert. Es ist neben den Einnahmen des Dienstleistungsempfängers auf die Unterstützung des Kantons und der Versicherer angewiesen. Die Kosten für Pflegeleistungen werden zu 90 Prozent von der Krankenkasse übernommen. Die Eigenleistungen beschränken sich auf 20 Franken für eine halbtägige und 35 Franken für eine ganztätige Betreuung.

Bevor Sigrun Kuhn die aktuellen Zahlen präsentierte, liess sie an der Jubiläums-Versammlung die Erfolgsgeschichte des Tabeo Revue passieren, die 2002 mit dem Zusammenschluss der Tagesheime Attiswil und Langenthal begann.

Gründungsmitglieder waren die Spitex Aarebrügg und Langenthal, die Pro Senectute Amt Wangen und Aarwangen, die Stadt Langenthal sowie die Einwohnergemeinden Herzogenbuchsee, Wangen a.A. und Wiedlisbach. Später stiessen weitere Gemeinden dazu, weshalb dem Verein Tabeo aktuell 27 Mitglieder angehören.

Nur elf von ihnen besuchten die Jubiläums-Mitgliederversammlung. Rund acht Jahre war der Panoramapark Herzogenbuchsee mit 20 Plätzen Standort des Tageszentrums, das 2010 aus betrieblichen Gründen in die Alterssiedlung an der Haldenstrasse 32 in Langenthal verlegt wurde.

Enorme Herausforderung

«61 Prozent. Das war ein guter Start», kommentierte die Tabeo-Präsidentin die Auslastung im Jahr 2002. In den vergangenen drei lag dieser Wert zwischen 88 und 90 Prozent. «Wir rechnen mit den Krankenkassen neu mit zwölf Pflegestufen ab, wobei wir in den obersten drei Kategorien J, K und L keine Gäste haben. Am meisten wurde in der Pflegestufe B und C abgerechnet», so Sigrun Kuhn.

Die von ihr präsentierte Statistik zeigte auch einen hohen Anteil in der Pflegestufe F und «Umgebung». Die Präsidentin: «In diesen Kategorien werden insbesondere demente Gäste gepflegt, was eine enorme Herausforderung an das Betreuungs-Personal bedeutet. Einen speziellen Dank richte ich an Betriebsleierin Ruth Nussbaum.»

Sie sei massgeblich für das gute Arbeitsklima verantwortlich und organisiere den Betrieb «in einer hohen Professionalität». Ruth Nussbaum ihrerseits gab den Dank an ihr «erfahrenes, engagiertes und motiviertes» Team weiter, bei dem es auch 2011 keine Wechsel gab. Ruth Nussbaum: «Besonders unseren an Demenz erkrankten Gästen gibt es Geborgenheit und Sicherheit, wenn sie immer wieder die gleichen Gesichter sehen und die gewohnten Stimmen hören.» Die Betriebsleiterin schloss in ihren Dank auch das Küchenteam des Alterszentrums Haslibrunnen ein.

Im Durchschnitt 77 Jahre alt

2011 wurden im Tabeo 92 Gäste betreut, die im Durchschnitt 77 Jahre alt waren. Ganze Besuchstage verzeichnete das Tageszentrum 4587, halbe 219 und Fahrten 5963. Die meisten Gäste stammten aus Langenthal (21), Niederbipp (11), Herzogenbuchsee (9), Aarwangen, Bützberg, Wangen a.A. (je 4), Attiswil, Lotzwil, Oberbipp, Ochlenberg, Wiedlisbach (je 3). Die Rechnung 2011 schloss mit 25474 Franken Gewinn ab, das Budget 2012 sieht einen solchen von 9100 Franken vor. Sympathische Worte von Langenthals Stadtpräsident Thomas Rufener und Evergreens wie «Rosamunde» des Akkordeon-Orchesters Huttwil umrahmten die Jubiläums-Mitgliederversammlung. Stark war der Auftritt von Zauberer Siderato alias Peter Mürner aus Gunten, der das Publikum mit verblüffenden Tricks in seinen Bann zog und so die kleine und feine Geburtstagsfeier bereicherte.