SGM
Ein schwieriges Jahr erfolgreich gemeistert

Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik feiert das 25-jährige Bestehen mit einer Sanierung: Die Räume erhalten mehr Licht, der Lärmschutz wird verbessert und die Zimmer sollen schöner werden.

Urs Byland
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Der Eingangsbereich der Klinik SGM an der Weissensteinstrasse 30. uby

Der Eingangsbereich der Klinik SGM an der Weissensteinstrasse 30. uby

Wie viele andere Gesundheitsinstitutionen auch hat die Klinik SGM Langenthal ein schwieriges Jahr hinter sich. Mit der Umsetzung der Revision des Krankenversicherungsgesetzes bangten die Verantwortlichen um den Platz der Klinik SGM auf der kantonalen Spitalliste.

Die christliche Privatklinik schaffte es auf die noch provisorische Liste, obwohl sie die Mengenkriterien als kleine Institution nicht überall erfüllen könne, wie Geschäftsführer Richard Hebeisen im Jahresbericht ausführt. Einige Vorgaben mussten neu erfüllt werden und führten zu Anpassungen oder Neuregelungen im Klinikalltag, beispielsweise für Pikettdienste, punkto Verfügbarkeit der Ärzte und hinsichtlich Entschädigung der Dienste. «Die Spitalliste verlangt letztlich, dass ein Arzt innerhalb von 15 Minuten am Spitalbett steht», erklärt Christian Schäfer, Chefarzt Psychiatrie. Diese Auflage könne nun erfüllt werden.

Fitnessprogramm

Die Verantwortlichen der SGM seien sich bewusst, dass die Tarife tendenziell sinken werden. Schon im letzten Jahr hatte sich die Klinik beispielsweise ein Fitnessprogramm auferlegt. «So was braucht eine Klinik alle Jahre wieder. Man macht immer mehr Dinge, stellt zusätzliche Formulare her und fragt sich gar nicht, ob man dadurch andere Formulare aufheben könnte», erklärt Christian Schäfer, Chefarzt Psychiatrie. Die wichtigsten Prozesse seien überprüft worden, und die Einführung des Klinikinformationssystems wurde beschleunigt. Neu ist fast die gesamte Dokumentation in der elektronischen Patientenakte erfasst. Das Haus verfügt über Wireless LAN. Die Notizen müssen nicht mehr auf Blatt geschrieben, sondern können direkt in den Computer eingegeben werden.

Neben der stationären Klinik und der Tagesklinik verfügt die Klinik SGM über zwei Ambulatorien. Im psychiatrisch ausgerichtete Ambulatorium werden Depressionen, Psychosen oder auch Persönlichkeitsproblematiken behandelt. Das psychosomatische Ambulatorium behandelt Patienten, die ebenfalls depressiv sein können, aber zusätzlich körperliche Probleme haben. «Etwa wenn jemand Herzbeschwerden hat, beim Internisten war, aber keine Ursache gefunden wurde, dann werden sie zu uns in die Psychosomatik überwiesen», erklärt Christian Schäfer.

Das psychosomatische Ambulatorium erfährt gerade einen Ausbau. Geschäftsführer Richard Hebeisen wiederum betont im Jahresbericht der Klinik SGM, dass die Synergien zwischen den drei Behandlungsangeboten stationär, Tagesklinik und ambulant sehr gut genutzt worden seien. «Die Bereiche entwickeln sich überall sehr gut», ergänzt Christian Schäfer. Die Belegung im stationären Bereich beträgt 100 Prozent. Es muss eine Warteliste geführt werden. «Wir haben auch im ambulanten Bereiche eine Warteliste. Ab und zu sind zurzeit in der Tagesklinik Plätze frei.»

Sanierung zum Jubiläum

Die Klinik SGM wurde vor 25 Jahren in Betrieb genommen. Eine gründliche Sanierung des Klinikgebäudes sei unumgänglich. «Wir wollen moderner werden», sagt Christian Schäfer. Die Räume erhalten mehr Licht, der Lärmschutz im Gebäude wird verbessert, die Zimmer sollen schöner werden und die Klinik will mehr Einzelzimmer anbieten. «Wir wollen stärker als Kompetenzzentrum wahrgenommen werden und die Möglichkeit anbieten, dass auch allgemein praktizierende Ärzte Praxen in der Klinik eröffnen können», so der Chefarzt. «Die Schwelle, in die Psychiatrie zu gehen, soll geringer werden. Man hat immer noch Angst, in die Psychiatrie zu gehen.»

Neben komfortablen Patientenzimmer und Anbauten für eine Grundversorgungspraxis sind auch Ausbauten des Restaurants, der Physiotherapie und der stationären Klinik geplant. Im letzten Jahr konnte die entsprechende Überbauungsordnung bei der Stadt eingegeben
werden.