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Ein Meilenstein in der Firmengeschichte

Mit einem Neubau will die Firma Anderegg Baumschulen AG die Abläufe künftig optimieren. Die neuen Räumlichkeiten haben etwa 1,5 Millionen Franken gekostet..

Fabienne Wüthrich
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Der Neubau der Anderegg Baumschulen AG am Lotzwilfeldweg. fwb

Der Neubau der Anderegg Baumschulen AG am Lotzwilfeldweg. fwb

Solothurner Zeitung

Urs Anderegg bezeichnet ihn als einen Meilenstein in der Geschichte der Anderegg Baumschulen AG. Der Chef des Unternehmens ist begeistert vom fast fertigen Neubau. Spricht er davon, leuchten seine Augen. Zurzeit stehen am Lotzwilfeldweg noch Bagger, Walzen sowie Besen. Etliche Handwerker wuseln im und um das neue Gebäude herum. Hier wird noch etwas fertig gestellt, da muss noch ein Fenster geputzt werden. Daneben fallen ein weisser Container und ein rotes Containerhaus auf. «Bis jetzt haben wir hier unseren Verkauf und den Versand abgewickelt», sagt Anderegg. Auf dem Platz fuhren Lastwagen vor – und die Produkte wurden auf- und abgeladen. Privatkunden kamen vorbei, um sich beraten zu lassen. Im roten Containerhaus platzt fast alles aus den Nähten: Unten befinden sich die Garderoben, der Aufenthalts- und Trocknungsraum, oben haben Anderegg und seine Frau ihr Büro.

Für 20 Mitarbeitende wird der Platz ein bisschen eng, und: «Die Abläufe waren nicht optimal.» Lief man mit Kunden über den Platz, konnte es unangenehm werden, sagt er. Die Maschinen waren laut und teilweise verstand man sich gegenseitig nicht. «Alles in allem war die Situation unbefriedigend für uns und vermutlich auch für die Kunden.»

Mitarbeiter bei Planung einbezogen

Die Idee, alles in einem Gebäude zu integrieren, entstand vor mehr als zehn Jahren. Ein Lotzwiler Architekturbüro befasste sich bereits mit einem Vorprojekt. Anderegg legte es aber auf Eis, «weil Dringenderes anstand». Er kaufte vier Hektaren Land, das für die AG in diesem Moment wichtiger war. Das Projekt ruhte fortan in seinem Ordner im Büro. 2008 nahm es Anderegg wieder auf, liess es aber wieder ruhen. Bis Ende 2009 die Zeit kam, das Projekt Neubau endlich zu realisieren. Der Unternehmer befasste sich erneut mit seinem mittlerweile gewachsenen Ordner – und ergänzte das Projekt. «In zehn Jahren hat sich vieles verändert, das wurde angepasst», sagt Anderegg.

Seine Mitarbeitenden bezog er stark in den Prozess des Projektes mit ein. Für den Firmenchef ist das nur logisch. Er sei praktisch nur noch im Büro und in der Kundenberatung tätig und wisse nicht so gut wie die Mitarbeiter in den einzelnen Arbeitsbereichen Bescheid. Anderegg sprach mit dem Mechaniker, den Verkaufsmitarbeitern, den Fachleuten Baumschule: «Sie wissen – teilweise auch aufgrund ihrer langjährigen Betriebszugehörigkeit – genau, was sie brauchen, wie ihre Bedürfnisse aussehen». Das Pflichtenheft wurde dementsprechend überarbeitet und das Projekt angepasst – bis der Spatenstich im vergangenen Oktober erfolgte.

Im März bestand das Gebäude laut Anderegg fast nur aus Beton, eigentlich unvorstellbar, dass der Neubau in etwa drei Monaten vollendet wurde. Ein klein wenig Stolz begleitet den Firmenchef auf der Führung durch das neue Gebäude. Dieses ist übrigens an die alte Halle angebaut. Wo im Moment noch eine Werkbank, Maschinen und diverse andere Geräte stehen, soll es bald anders aussehen. Hier, so Anderegg, würden sich künftig nur noch Maschinen befinden, Werkzeug-Spinde für die Mitarbeitenden sowie Pflanzenerde.

1,5 Millionen Franken investiert

Die Führung beginnt vorne beim Eingang. Es gibt neue Kundenparkplätze und einen Verkaufsbereich. Wo momentan fast nur Beton zu sehen ist, stehen in weniger als einer Woche eine Theke, eine Kunden-Besprechungsecke sowie ein Büro. Es geht an einem separaten Trocknungsraum und an Toiletten vorbei – bis zu den Arbeitsplätzen der Freilandchefs. In diesem Büro werden die Aufträge abgewickelt, verladen wird auf dem Versandplatz direkt davor. Eines der Prunkstücke ist die neue Halle: Der Mechaniker hat seinen eigenen Platz und sogar eine Grube, um von unten an die Maschinen zu gelangen. Hier werden bald Pflanzen umgetopft und die Pflanzenschutzmittel gelagert. Der erste Stock bietet eine herrliche Aussicht, die Mitarbeitenden dürfen sich in diesem Raum aufhalten; ein Besprechungszimmer ist am Entstehen. Zudem haben Anderegg und seine Frau sowie der Kulturchef oben ihr Büro, ein Archiv kommt ebenfalls noch hinzu.

Obwohl der Firmenchef nicht gerne über Zahlen spricht, verrät er dennoch den Preis des Neubaus: Etwa 1,5 Millionen Franken hat er gekostet. Mittlerweile freut sich Anderegg über das neue Gebäude, vorher konnte er es fast nicht geniessen – neben dem Projekt betreute er ebenfalls das Tagegeschäft. Die Kerntätigkeit der AG liegt eher im oberen Segment, sagt er, «deshalb ist es auch wichtig, dass wir uns entsprechend präsentieren». Mit dem Neubau werde das nun möglich. Sekundär, aber ebenso wichtig, seien die Teilarbeitsplätze der Mitarbeitenden. Sie können nun auch bei schlechtem Wetter angenehmer im Trockenen arbeiten und sich vor allem wohl fühlen. Der dritte Punkt sei die Effizienz: «Wir können effizienter arbeiten; die Arbeitsvorbereitungen laufen zentraler ab.»

Diese Woche wird der Neubau bezogen. Alle Mitarbeitenden helfen dabei mit. Es wurden extra Teams gebildet, die sich um diverse Bereiche kümmern sollen. «Ich will, dass sie diesen Umzug mitleben», sagt er – und schon wieder zeigt sich dieses besondere Leuchten in seinen Augen.

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