Elysée-moi!
Ein Mann mit Weitblick (bis 200 Kilometer)

Frankreich fragt sich: Besuchte Nicolas Sarkozy wirklich Fukushima? Antwort: So sicher, wie er beim Mauerfall in Berlin dabei war.

Stefan Brändle
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Nicolas Sarkozy (Archiv)

Nicolas Sarkozy (Archiv)

Keystone

Die Atomdebatte wogt in Frankreich. Nicolas Sarkozy will am "nucléaire" festhalten, François Hollande den AKW-Anteil an der Stromproduktion abbauen. Bei einem Wahlmeeting warf der amtierende Präsident seinem Rivalen nun vor, keine Ahnung von Kernenergie zu haben, da er nicht einmal in Fukushima gewesen sei. «Wir waren in Fukushima. François Hollande offenbar nicht.» Denn wenn sich dieser in Fukushima erkundigt hätte, wäre ihm aufgegangen, dass in Fukushima vor allem ein Erdbeben und ein Tsunami stattgefunden hätten, erst in zweiter Linie eine Atomkatastrophe, führte Sarkozy aus. «Ich bin also in Fukushima in Japan - und er knöpft sich Fessenheim vor», ätzte der Präsident in Anspielung auf Hollandes Besuch im ältesten AKW Frankreichs.
http://www.youtube.com/watch?v=cJn-wHe3g8I&feature=player_embedded#!
Dummerweise war auch Sarkozy nie in Fukushima. Er reiste zwar nach Japan, um sich die Erdbebenschäden anzusehen. Fukushima kam er nicht näher als 200 Kilometer. Das wäre etwa so, wie wenn er nach einem Gösgen-Unfall Genf besucht hätte.
Vergangene Woche musste Sarkozy selber zugeben: «Ich bin nicht Ingenieur, ich brauche meine Nase nicht in die Lage in Fukushima zu halten.» Mit recht fügte er an: «Wo es ausserdem eine Sicherheitszone hatte.» Sarkozy hätte es also wegen der Vorkehrungen gegen die radioaktive Verstrahlung gar nicht nach Fukushima schaffen können.
Ähnlich nahe gekommen war Sarkozy schon dem Mauerfall in Berlin. Gerne erzählte er, wie er dem historischen Ereignis am 9. November 1989 beigewohnt hatte. Sogar ein Bild gab es davon.

Sarkozy an der Berliner Mauer

Sarkozy an der Berliner Mauer

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