Zürcher Obergericht
Ein Limmattaler Schlägerduo muss ins Gefängnis

Im Streit um eine Frau hatten zwei Limmattaler einen Mann auf offener Strasse brutal verprügelt. Das Zürcher Obergericht hat nun die Strafe gegen den Haupttäter verschärft.

Attila Szenogrady
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Das Zürcher Obergericht.

Das Zürcher Obergericht.

Keystone

Der Vorfall spielte sich am 28. Dezember 2011 an der Unteren Reppischtalstrasse in Dietikon ab. Das spätere Opfer tauchte vor einer Liegenschaft auf. Der heute 24-Jährige forderte einen Bewohner auf, zu ihm auf die Strasse hinauszutreten. Er wollte mit dem um ein Jahr älteren Mann reden; denn dieser umschwärmte offenbar seine Freundin.

Der 25-jährige Nebenbuhler folgte dieser Aufforderung. Zur Verstärkung nahm er aber noch einen 23-jährigen Kollegen mit. Es kam zu einem wortreichen Disput. Der 23-Jährige wechselte dann vom verbalen zum tätlichen Angriff – er schlug den unerwünschten Besucher mit Faustschlägen zu Boden.

Dann traten beide Limmattaler auf den auf dem Asphalt liegenden Mann ein. Dabei zog er sich massive Verletzungen zu. Drei seiner Lendenwirbel brachen. Er erlitt zudem eine Nierenquetschung und eine Schädelprellung. Hinzu kamen auch noch diverse Verstauchungen sowie eine Rissquetschwunde über der linken Augenbraue.

Die beiden Angreifer hörten erst damit auf, auf ihr Opfer einzuschlagen, als eine Drittperson auf den Gewaltakt aufmerksam wurde und dazwischenging. Die Polizei nahm den 25-jährigen Nebenbuhler und dessen 23-jährigen Kollegen fest. Die beiden Schläger verbrachten mehrere Monate in Untersuchungshaft. Sie legten während den Ermittlungen lediglich Teilgeständnisse ab. Sie machten insbesondere geltend, dass der unerwünschte Besucher, ihr Opfer, als erster tätlich geworden sei.

Im Juni 2013 hatten sich die beiden Täter vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten müssen. Sie wurden wegen ihres Angriffs für schuldig befunden; mehrere Zeugenaussagen hatten ihre Aussagen nicht gestützt, sondern sie als Täter belastet. Das Bezirksgericht verurteilte sowohl den 23- als auch den 25-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von je 18 Monaten. Beim Jüngeren schoben die Bezirksrichter den Vollzug der Strafe zugunsten einer Probezeit auf. Den älteren wollten sie, weil er einschlägig vorbestraft ist, hinter Gitter schicken.
Alle Parteien – also Verteidigung und Staatsanwalt – legten gegen den Dietiker Entscheid Berufung ein. So trafen sie sich im vergangenen Hochsommer wieder, diesmal vor dem Zürcher Obergericht. Die Verteidiger der beiden Angeklagten forderten Teilfreisprüche und erheblich mildere Strafen. Der Staatsanwalt verlangte demgegenüber vor allem für den jüngeren Mann ein wesentlich härteres Urteil. Dieser sei der eigentliche Haupttäter, der als Erster zugeschlagen habe, begründete der anklagende Staatsanwalt. Mit seinen Fusstritten gegen den Kopf des am Boden liegenden Opfers habe er sich nicht nur wegen eines Angriffs, sondern auch wegen einer versuchten schweren Körperverletzung schuldig gemacht.

In seinem kürzlich eröffneten Urteil kommt das Obergericht nun zum selben Schluss: Es stuft den 23-jährigen Mann als Haupttäter ein. Wegen versuchter schwerer Körperverletzung muss auch er nun ein halbes Jahr ins Gefängnis. Sein älterer Kollege, der Nebenbuhler, wurde neu nur wegen versuchter einfacher Körperverletzung verurteilt. Wegen seiner Vorstrafe erhielt er dennoch eine empfindliche unbedingte Freiheitsstrafe von 13 Monaten.