Weihnachten
Ein Hobby, das anderen Freude bereitet

Der Kunsthandwerker Daniel Balli ist zurzeit ganz im Banne von Advent und Weihnachten. Im Gespräch mit der LZ erzählt Balli warumm dem so ist.

Hans Mathys
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Solothurner Zeitung

Es weihnachtet sehr. Auch beim gelernten Drechsler Daniel Balli in Langenthal. Er hat in seinem Atelier – der Jahreszeit angepasst – verschiedene Kunsthandwerke aus Holz angefertigt, die im Dezember gefragt sind: Kugeln mit den Sujets Glocke, Kerze, Engel, Christbaum und Schneemann.

Dazu Samichlaus mit Schmutzli und Kerze mit Flamme aus dem gleichen Stück Holz. Der 45-Jährige ist fasziniert von seinem Hobby, mit dem er erst noch anderen eine Freude bereiten kann.

Im Gartenbau tätig

Ballis Werke aus Holz sind dekorativ und erschwinglich. Für ihn ginge ein Traum in Erfüllung, könnte er von seiner «Drechsler-Bude» leben, doch diesbezüglich macht er sich keine Illusionen. Deshalb arbeitet er zu 60 Prozent für Morgenthaler Gartenbau in Busswil bei Melchnau.

Er könnte sich bei Bedarf zudem auf ein weiteres Standbein abstützen, denn als diplomierter Sozialpädagoge verfügt er über eine langjährige Erfahrung.

Die Vielfältigkeit des Handwerks

Balli ist in Thun aufgewachsen, schloss dort die Lehre als Landschaftsgärtner ab, arbeitete in einer Baumschule in Steffisburg und später im Wohnheim der Eingliederungsstätte Vebo Oensingen.

Als 40-Jähriger habe er seine Liebe zum Kunsthandwerk entdeckt und bei der Drechslerei Hans Aebi in Herzogenbuchsee eine verkürzte vierjährige Lehre absolviert, sagt Balli rückblickend. «Dies mit aller Konsequenz, dem normalen Lehrlingslohn. Ich wollte nicht nur Kurse besuchen, sondern den Drechsler-Beruf von Grund auf erlernen», sagt er.

«Das Wissen und die Erfahrungen kann ich jetzt in meine Arbeiten einfliessen lassen. Das ist eine echte Herausforderung. In der Ausbildung und im Alltag zeigten und zeigen sich die Vielfältigkeit des Handwerks sowie die Eigenschaften des Holzes», sagt Balli.

Fantasie freien Lauf lassen

Dass er die Lehre als 40-Jähriger im Umfeld von knapp 20-Jährigen absolvierte, war für ihn kein Problem. «Man wird reifer – nicht älter», heisst seine Devise. Balli schwärmt davon, in seiner «Drechsler-Bude», die er aufs Neujahr von Niederbipp ins Areal der Porzellanfabrik Langenthal zügelt, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. «Ans Geld darf ich dabei nicht denken, denn mit meinem Hobby verdiene ich höchstens etwas Sackgeld.»

Schon warten lustige Osterhasen

Woher nimmt der mit SP-Politikerin Dorette Balli Verheiratete die Ideen für seine Kunsthandwerke aus Holz? «Das ist unterschiedlich. Manchmal entdecke ich in den Ferien, in einer fremden Stadt oder in einer Zeitschrift etwas Interessantes», sagt er und betont: «Dabei bin ich immer auf der Suche nach etwas, das es noch nicht gibt.»

Mithilfe der Drehbank, mit Meissel, Formröhren und anderen Werkzeugen lässt er dann in seinem Atelier Weihnächtliches, lustige Osterhasen, Räucherteller, Schalen oder Schmuck entstehen. Was alles mit Holz möglich ist, beweist Balli mit seinen beiden Prestige-Exemplaren «Dampfwalze Florian» und «Dampftraktor Otto».

Strukturen des Holzes zeigen

Balli gibt zu, dass er seine Werke gerne auch an Ausstellungen und Märkten präsentieren würde. «Das liegt aber finanziell nicht drin, denn mit dem Verkauf könnte ich die Standmiete nicht decken», sagt er und sinniert: Er könnte mit seiner Präsenz an Ausstellungen und Märkten den Leuten immerhin die Vielfalt des Drechslerberufs vor Augen führen.

Er würde dem interessierten Publikum dann auch die Strukturen des Holzes zeigen; den Reiz, den ein «Chnorz» im Holz ausmachen kann und die Leute animieren, vielleicht als Erinnerung an einen gefällten Baum aus diesem etwas anfertigen zu lassen. «Möglichst ohne Farbanstrich», ergänzt er als bekennender Fan von «Holz pur».

Holzspiele zu vernünftigen Preisen

Wie sieht Balli seine berufliche Zukunft? Er sagt dazu: «Tendenziell bleibt die Drechslerei mein Hobby. Ziel ist, meine Stilrichtung zu finden.

Auch ist es mein Traum, Holzspiele für Kinder, Spielgruppen oder Kindergärten zu vernünftigen Preisen herstellen und verkaufen zu können.» Daniel Ballis weihnächtlich leuchtende Augen zeigen, dass er es ernst meint, wenn er sagt:
«Mit Holz zu arbeiten und aus Holz etwas zu kreieren, ist etwas Wunderschönes.»

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