Kuchenverkauf
Ein guter 6. Januar ist ein guter Start ins neue Jahr

Die Bäckereien nutzen den Dreikönigstag für ein lukratives Geschäft. Fällt er auf einen Arbeitstag, ist der Dreikönigstag einer der besten Tage für die Bäcker im Jahr.

Urs Byland
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In Roggwil präsentieren Peter Zulauf und die Lernende Melanie Abbühl einen Zehner-Kuchen. uby

In Roggwil präsentieren Peter Zulauf und die Lernende Melanie Abbühl einen Zehner-Kuchen. uby

Solothurner Zeitung

Der Dreikönigstag wird überall ähnlich zelebriert. Stück für Stück mindert der Dreikönigskuchen und jeder hofft im Stillen, dass er auf die Plastikfigur beisst und für diesen Tag der König oder die Königin sein darf.

Der Tag, der an den Besuch der drei Weisen oder eben heute Könige (siehe Kontext) beim Jesuskind erinnert, hat sich für die Bäckersgilde zu einer wahren Goldgrube entwickelt. Der Schweizerische Bäckerverband führt jeweils einen Wettbewerb durch. In jedem 50. Kuchen steckt eine goldene Plastikfigur, die zur Teilnahme am Wettbewerb berechtigt. Die meisten Bäcker beteiligen sich und backen den Kuchen nach einem Rezept, das der Verband zur Verfügung stellt und das die Bäcker-Fachschule Richemont in Luzern kreierte. Dabei handle es sich um einen süsslichen Hefeteig mit Eiern, Mandeln und Rosinen. Einige Bäcker verwenden auch Schokoladestückchen.

Einen Bruchteil der früheren Menge verarbeitet in diesen Tagen der 62-jährige Bäckermeister Paul Müller in Roggwil. Früher hatte er acht bis zehn Angestellte und buk rund 1000 Dreikönigskuchen. Jetzt öffne er das Geschäft nicht mehr regelmässig. Dennoch stieg er in diesen Tagen nochmals in die Backstube, um Dreikönigskuchen zu backen, die bei ihm bestellt wurden.

Verkauf ist gut gestartet

«Ein guter Dreikönigstag ist ein guter Start ins neue Jahr», sagt Peter Zulauf, der in Roggwil eine Bäckerei mit Café führt. Rund 500 Dreikönigskuchen wird Zulauf in diesen Tagen verkaufen, wie er erklärt. «Wir hatten am Dienstag erstmals im neuen Jahr offen, und der Verkauf der Kuchen ist sehr gut gestartet.» Die Grossverteiler würden sich ebenfalls an dieser Aktion des Bäckermeisterverbandes beteiligen. Aber: «Sie sind Mitläufer, denn die Idee stammt vom Bäckermeisterverband.»

«Der Stellenwert des Verkaufs von Dreikönigskuchen ist hoch», bestätigt Hanspeter Birrer, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei in Huttwil. «Der Verkauf zu diesem Anlass ist ein wichtiger Teil des Jahresumsatzes.» Der Umsatz der vier Verkaufstage fülle ihm das Jännerloch. Und in diesem Jahr laufe das Geschäft gut. «Es ist halt auch ein beliebtes Süssgebäck.»

Kein Stress beim Backen

Mit dem bisherigen Verlauf des Kuchenverkaufes ist Hans-Ueli Lüthi, der in Röthenbach eine Bäckerei führt, zufrieden. Er sei (gestern Morgen) gerade am Überlegen, wie viele Kuchen er in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar backen soll. Er wolle alle Zutaten vorbereiten und abwägen, damit er am frühen Morgen in der Backstube keinen Stress habe. «Das ist wichtig. Nicht, dass ich am frühen Morgen noch für dieses oder jenes herumspringen muss.» Er habe bereits für den Dienstag Dreikönigskuchen gebacken, die er alle verkaufen konnte. Gestern zog sein Betrieb den normalen Ruhetag ein und heute folgt der auch für ihn wichtige Hauptverkaufstag.

Für die kleine Bäckerei von Andreas Bieri in Niederbipp ist der Dreikönigstag das grosse Los. «Wir verkaufen wahrscheinlich über 400 Kuchen, das bringt uns schon einen erklecklichen Umsatz.» Dreimal im Laufe des ganzen Tages werde der Ofen aufgeheizt, um der Nachfrage gerecht werden zu können.

«Das wird morgen eine Supersache», erklärt Jürg Kilchenmann von der Bäckerei-Konditorei Post in Wiedlisbach. Er lege sich voll in die Riemen für diesen Traditionsanlass. An drei Tagen verkaufe er die Kuchen. Am gestrigen Starttag musste er gleich nochmals in die Backstube und «nachteigen». Insgesamt waren es 50 Stück, die er verkaufen konnte. Das Telefon laufe heiss für die Bestellungen. Heute werden es 150 sein und morgen nochmals 30, 40 Stück. Er ist einer der wenigen Bäcker, die mit einem eigenen Rezept arbeiten. Dieses verrate er aber «sicher nicht».

Mehrere Tausend Stück Kuchen produziert Bäckermeister Pius Riechsteiner, die er in seinen neun Filialen in Langenthal und Region verkauft. «Für uns ist der Dreikönigstag ein grosses Geschäft.» Er sei sehr optimistisch, was den heutigen Verkauf betreffe. «Das Datum stimmt, die Leute gehen arbeiten, und das Wetter passt.»

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