Leimiswil
Ein feuriger Auftakt in die neue Saison des Jazzclubs

Die «Firehouse Hot Seven»-Jazzband liess im Jazzclub Lindenholz nichts anbrennen. Der Funken sprang auf das Publikum über.

Brigitte Meier
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Die «Firehouse hot seven»-Jazzband so, wie man sie kennt. Hansjörg Sahli

Die «Firehouse hot seven»-Jazzband so, wie man sie kennt. Hansjörg Sahli

Solothurner Zeitung

Der «Firehousechief Rag» ertönt und falls der berühmte Funken, der auf die Besucher im praktisch vollbesetzten Jazzclub überspringt, ein Feuer entfacht, kann die Band ihren nostalgischen Hydranten einsetzen, den sie an jedem Konzert dabei hat. Die erfahrenen Musiker aus dem Bernbiet sorgen für beste Unterhaltung zur Eröffnung im Jazzclub Lindenholz in Leimiswil. Mit Feuerwehrhelmen, leuchtend roten Hemden und fetzigem Dixieland-Jazz erinnern sie an die legendären «Firehouse Five plus 2» aus Kalifornien.

Bestimmt haben viele Jazzfreunde die Evergreens der kalifornischen Band aus den 50ern noch im Ohr. Völlig unkonventionell unterlegten die in historische Feuerwehruniformen gekleideten Musiker traditionellen Dixieland mit Glocken, Sirenen und anderen akustischen Geräuschen, streuten etliche Gags ein und hatten damit einen Riesenspass und grossen Erfolg. Damit leiteten die Jazzer, die oft in Disneyland auftraten oder an Paraden teilnahmen, ein Revival dieser Musik ein. Neben traditionellen Elementen des Frisco-Jazz, amerikanischen Volksliedern und der US-Marschmusik finden sich auch Polka und Walzer in den Nummern wieder.

«Firehouse 5 plus 2» verpflichtet

Derselben Musikrichtung wie ihre Vorbilder verschreibt sich die «Firehouse Hot Seven Jazzband». In Leimiswil spielten sie in der Besetzung mit Werner Gisin, Posaune, Jerry Guanter, Trompete, Henry Bodmer, Sax/Klarinette, Hans Bächtold, Banjo, Simon Inäbnit, Piano, Ivo Maynard, Tuba und Hans Kilchenmann, Schlagzeug.

Bandleader Henry Bodmer war schon bei den ehemaligen «Firehouse Revival» dabei, die 1987 erstmals für Furore sorgten. Damals zogen sie mit Radio DRS und dem Feuerwehr-Oldtimer «Lisi» auf dem «Füürwehr-Cher» quer durch die Schweiz. Es folgten Auftritte im Radio und Fernsehen, danach Einladungen zu Festivals im In- und Ausland.

Am Old-Style-Festival in Breda (NL) spielte die Band zusammen mit George Probert, dem Sopransaxofonisten der «Original Firehouse 5 plus 2». Seine Virtuosität auf dem Sopransaxofon wie auf der Klarinette beweist Henry Bodmer mit dem «Canalstreet-Blues» und versetzt die Besucher mit «Isle of Capri» in südliche Gefilde. Mit «Between the devil and the deep blue sea» rückt für einmal Ivo Maynard auf der Tuba in den Mittelpunkt. Sanft schwebt die Melodie «Über den Wellen», die nicht von einem Wiener Walzerkönig stammt, sondern 1888 von Juventino Rosas aus Mexiko als «Sobra las olas» komponiert wurde.

«Lassus Trombone» ist eine solistische Posaunennummer mit starkem Ragtime-Einfluss. Den «Firehouse Hot 7» gelingt es, die besondere kalifornischen Jazz-Atmosphäre und die fröhliche Auffassung des Dixielands zu vermitteln.

Saisonkarten neu im Angebot

Nicht nur die Band auch das motivierte Team des Jazzclubs Lindenholz ist eingespielt und bietet den treuen Gästen eine persönliche Atmosphäre. «Erstmals haben wir das Programm ohne unseren verstorbenen Präsidenten Andreas Röthlisberger zusammengestellt. Da wir alle eine Beziehung zur Musik haben, ist die Palette der Bands abwechslungsreich», sagt Roland Lätsch. Und Anton Nyfeler freut sich besonders auf den jungen Profitrompeter Joël Affolter und seine Kirby Maniacs. Neben bewährten Publikumslieblingen treten neue Bands wie die «Full Steam Jazzband» oder «Jazzeral Oldtime Jazzband» auf.

Wie Finanzchef Markus Aeschlimann erklärt, sind neu Saisonabonnemente für alle sieben Konzerte erhältlich. Dabei werden die gewünschten Plätze für die gesamte Saison reserviert.

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