Todesfall
Ehemaliger Zürcher Kirchenratspräsident Ruedi Reich ist tot

Der ehemalige langjährige Zürcher Kirchenratspräsident Ruedi Reich ist tot. Er erlag am vergangenen Sonntag im Alter von 67 Jahren einer langen schweren Krankheit, wie es in Todesanzeigen vom Dienstag heisst. Die Trauerfeier findet am 22. August im Grossmünster statt.

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Ruedi Reich, ehemaliger Zürcher Kirchenratspräsident, ist gestorben

Ruedi Reich, ehemaliger Zürcher Kirchenratspräsident, ist gestorben

Limmattaler Zeitung

Ruedi Reich bewegte viel in der Zürcher Kirchenlandschaft. Er war unter anderem massgeblich an der Förderung der Ökumene beteiligt: Das Zusammenleben verschiedener Konfessionen und Religionen war ihm ein grosses Anliegen.

Um den Dialog unter den Religionen zu fördern, initiierte er etwa den Interreligiösen Runden Tisch. Der reformierte Reich pflegte freundschaftliche Beziehungen mit der katholischen Kirche und setzte sich aktiv für gemeinsame ökumenische Projekte ein. Das Flughafenpfarramt und die Bahnhofskirche sind zwei davon.

17 Jahre lang leitete Reich als Kirchenratspräsident die Exekutive der reformierten Kirche im Kanton. In seine Amtszeit fielen tiefgreifende Veränderungen. Das Verhältnis zwischen Kirche und Staat wurde neu geregelt und der innerkirchliche Reformprozess mündete in ein neues Kirchengesetz und eine neue Kirchenordnung.

Von Uni und Kanton ausgezeichnet

Für sein Engagement ernannte die Theologische Fakultät der Universität Zürich 2005 Reich zum Ehrendoktor. Und 2008 zeichnete ihn der damalige Regierungsrat Markus Notter mit der silbernen Ehrenmedaille des Zürcher Regierungsrates aus.

Auch vor den üblen Aspekten der Geschichte verschloss Reich nicht die Augen, wie die Reformierte Kirche Kanton Zürich in einer Mitteilung schreibt. Er half etwa mit, die Täuferverfolgung in der Reformationszeit aufzuarbeiten.

Ruedi Reich wurde 1945 geboren. Nach seiner Ausbildung zum Lehrer absolvierte er ein Theologiestudium. 1973 wurde der junge Pfarrer ins Zürcher Kirchenparlament, die Synode gewählt, zehn Jahre später in den Kirchenrat, die Exekutive, die er ab 1993 präsidierte. 2010 zwang ihn eine schwere Krankheit, sein Amt niederzulegen.