Ausstellung
«E glatte Märit» als Marathon der Sinne

Zum 38. Mal traf sich Jung und Alt übers Wochenende in der Langenthaler Markthalle zur jährlichen Herbstmesse

Hans Mathys
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«E glatte Märit»: Ein wahrer Marathon der Sinne
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«E glatte Märit»: Ein wahrer Marathon der Sinne

Die 38. Ausgabe des «Glatte Märit» lockt Tausende in die Markthalle. Grosszügig ist die Langenthalerin Franziska Zaugg, die ihren Kindern Leo, Julia und Charlotte beim Lunapark vor dem Eingang gleich mehrere Fahrten auf dem Karussell gönnt, ehe das Vierer-Team den Rundgang vorbei an 74 Ständen antritt. Dazu singt Francine Jordi ab CD «So wie du hat mich noch keiner berührt». Berührungsängste kennen auch die Sechstklässler Sven Ochsenbein und Nick Oberli nicht, die sich am Aussenstand mit Schleckstängel und Magenbrot eindecken. Nicks Schwester Nina gönnt sich zum zehnten Geburtstag eine Zuckerwatte.

Alle Hände voll zu tun haben beim Eingang Walter und Silvia Loosli, die Marroni verkaufen und dabei für köstliche Duftnoten sorgen. Wehmütig blickt eine Seniorin auf die Grittibänze bei der Bäckerei Felber: «Solche kaufte ich hier immer meinen beiden Söhnen, als diese noch Kinder waren.» In vino veritas gilt bei der Langenthaler Vinothek von Patrick Vuithier, der eben das Lob eines degustierenden Weinkenners einheimst. Der Stand der Nahrin AG bietet Gewürze, Bouillon und Vitamine. Was wohl die betagte, weisshaarige Frau am Stand des SBB-Reisebüros mit der Broschüre «Weekends für Verliebte» im Sinn hat?

In die Immobilienmesse am «Glatte Märit» sind auch Banken integriert, die sich für Baufinanzierungen empfehlen. Ist es Zufall, dass gleich «Fielmann» folgt, oder ist es ein versteckter Hinweis, die Angebote generell noch genauer – also mit einer Brille– zu betrachten? Für Mazda lächelt Toni Oetterli um die Wette, bei Audi tut dies Christian Nägeli.

Grosser Beliebtheit erfreut sich an dem von Vreni Friedli betreuten Carnosa-Stand der geräucherte Kochspeck. «Es läuft nicht mehr so wie früher», findet dagegen Beat Neukomm, Inhaber der Düby Spezialitäten, der den Hauptgrund in der Konkurrenz zur Rüebechilbi in Madiswil sieht (s. Seite 22). «Den Leuten fehlt das Geld», sieht Hans-Rudolf Hafner («Gschänk- Chratte») den Grund für die Zurückhaltung. Andere Anbieter erwarten «gleiche Umsätze wie immer», wollen aber mit dem Fazit noch warten, bis abgerechnet ist. So auch der Waadtländer Weinhändler Christoph Lauber, der am «Glatte Märit» jeweils auf die Mithilfe eines Langenthaler Verwandten zählt: Karl Aeberhard.

«Köstlich», sei die eben in der «Hochwasserchuchi» genossene Pilzpastete gewesen, schwärmt Hansruedi Stuber, während es seiner Frau die Lebkuchen der Bäckerei Nyfeler angetan haben. Auch Ernst Bützberger geniesst die Märitstimmung: «Als Langenthaler gehört es sich einfach, diesen Traditionsanlass zu besuchen.» In Kauflaune zeigt sich eine gebürtige Baslerin, die bei Christoph Ambühl Würste kauft und sich bei der Brau AG von Hans Baumberger gleich das Schnäpsli danach empfehlen lässt.