Oberaargau/Emmental
Dreikönigstag: Heute krönen sich die Glücklichen

Am 6. Januar verkaufen Bäckereien frische Dreikönigskuchen zu Tausenden. Eine ganz spezielle Aufgabe ist für die Bäckerei Flury aber die Herstellung des Mega-Dreikönigskuchens.

Samuel Thomi
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Direkt aus dem Ofen: Tobias Bönzi von der Langenthaler Bäckerei Felber mit frischen Königskuchen.sat

Direkt aus dem Ofen: Tobias Bönzi von der Langenthaler Bäckerei Felber mit frischen Königskuchen.sat

Im Stillen hoffen heute Tausende. Das Prozedere ist dabei fast überall das gleiche: Stück für Stück muss man sich durchbeissen, um am Ende mit grosser Chance ohne dazustehen. – Ausser man erhält einen Extrakönigskuchen, bei dem jedes Stück eine der begehrten Königsfiguren enthält.

Megakuchen aus zwölf Teilen

«Meist sind es Firmen, die vereinzelt solche Spezialitäten verlangen», sagt Annemarie Schwaller. Zusammen mit Robert Morgenthaler leitet sie die Bäckerei Flury in Koppigen mit vier Filialen in der Aspi sowie in Utzenstorf, Luterbach und Subingen. «Generell ist der Königskuchen sehr geschätzt», erzählt sie. Pro Saison würden gut zweitausend Stück verkauft. Immer mehr seien auch Spezialvarianten gefragt; ohne Weinbeeren, mit Schokostückchen oder kandierten Früchten.

«Eine spezielle Aufgabe ist für uns natürlich die Herstellung des Mega-Dreikönigskuchens.» Den verkauft der Kultur und Verschönerungsverein am 6. Januar jeweils ab 18 Uhr, Stück für Stück als geselliger Anlass beim Alten Schulhaus. Laut Backstubenchef Robert Morgenthaler wird dieser wie alle anderen Königskuchen frisch zubereitet. «Um den ganzen Kuchen auf einmal zu backen, wäre der Ofen zwar gross genug, die Tür der Backstube aber zu klein.» Daher, so Morgenthaler, werde er aus zwölf Einzelteilen zusammengesetzt.

Heute ist «Grosskampftag»

Mit einem «Grosskampftag» rechnet heute auch Margrit Morgenthaler. Die Seniorchefin des Café Pony Bäckerei und Konditorei in Wynau zeigt sich aber zuversichtlich: «Man kann sich ja darauf vorbereiten.» Seit drei Tagen würden Hunderte Königskuchen verkauft. «Wenn schon nicht alle einen König finden können, bitten Familien manchmal für jedes Kind zumindest um eine Krone», fügt Margrit Morgenthaler mit einem Lacher an. In Wynau werden die Königskuchen übrigens nicht nach einem speziellen Rezept gebacken, sondern wie in den meisten Bäckereien nach den Vorgaben des Schweizerischen Bäcker- und Konditorenmeisterverbandes.

Auf Hochtouren läuft die Königskuchen-Produktion derzeit auch in einer der grössten Bäckereien der Region, der Bäckerei Felber in Langenthal mit zehn Filialen im Oberaargau und Solothurnischen. Beim Besuch nimmt Tobias Bönzi nach gut einer Viertelstunde Backzeit eine Ladung frischer Kuchen aus dem Ofen. Eine süsse Duftwolke durchzieht die Backstube: «Nun lasse ich sie abkühlen, dann gelangen sie sofort in den Verkauf.» Betriebsinhaber Pius Riechsteiner bezeichnet das Königskuchen-Geschäft als ein wich-
tiges zum Start ins neue Jahr. Zu Tausenden verlassen sie jedenfalls derzeit täglich die Backstube im Dennli.

Glückliche Gesichter und Gewinner

Und: Ein paar Dutzend glückliche und gwundrige Kundinnen und Kunden werden sie im Frühling zurückbringen. Seit gut zehn Jahren macht die Bäckerei Felber nämlich mit beim Wettbewerb des nationalen Bäckerverbandes um den «Goldenen König». In jedem 50. Kuchen steckt ein goldener statt weisser König. Den Glücklichen winkt ein Säckchen Pralinen und die Teilnahme an der Verlosung von fünf schweizweit vergebenen Preisen. Und: Alle Goldkönig-Gewinner werden im Frühling jeweils in Felbers Backstube zum Osterhasen-Giessen eingeladen.