Zürich
Drei junge Schläger wegen Angriff vor Nachtclub verurteilt

Das Zürcher Bezirksgericht hat am Mittwoch drei 21-jährige Schläger aus dem Kosovo und der Schweiz zu Freiheitsstrafen verurteilt. Die drei griffen im Juni 2013 nachts in Zürich zwei Unbeteiligte an und verletzten einen davon lebensgefährlich.

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Die Tat ereignete sich in der Nähe eines Zürcher Nachtclubs, wo die Opfer ihre Lehrabschlussprüfung feierten. (Symbolbild)

Die Tat ereignete sich in der Nähe eines Zürcher Nachtclubs, wo die Opfer ihre Lehrabschlussprüfung feierten. (Symbolbild)

Keystone

Die Tat passierte vor einem Club, als zwei junge Männer, die gerade ihre Lehrabschlussprüfung feierten, frische Luft schnappen wollten. In einem nahegelegenen Park trafen sie auf einen Schweizer und einen Kosovaren, die sie ohne Grund attackierten.

Als einer der Unbeteiligten bereits verprügelt auf dem Boden lag, gesellte sich ein dritter Täter dazu. Der Haupttäter, ein Schweizer, ging mit einer Metallstange auf das Opfer los und schlug ihm zwei Mal mit Wucht auf den Hinterkopf.

Der junge Mann überlebte den Angriff, wird aber sein Leben lang geschädigt bleiben. Auf dem linken Ohr ist er seither taub.

Ambulante Therapie

Das Gericht verurteilte den Haupttäter wegen schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 4,5 Jahren. Davon sass er 257 Tage bereits in Untersuchungshaft ab.

Der Kosovare kassierte wegen Angriff und Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von 28 Monaten teilbedingt, wovon er 14 Monate absitzen muss. Weil er aber bereits 563 Tage in Untersuchungshaft sass, wird dieser Verurteilte auf freien Fuss gesetzt. Er muss aber eine ambulante Therapie absolvieren.

Der dritte Schläger erhielt wegen Angriff und Körperverletzung 16 Monate bedingt. Er sass 277 Tage in Untersuchungshaft. Der Haupttäter und der Kosovare müssen zudem 26'000 Franken Spitalkosten und dem Opfer 50'000 Franken Schmerzensgeld zahlen.

"Die Stunde der Idioten"

Die drei schoben sich während des Prozesses jeweils gegenseitig die Schuld zu. Der Richter bezeichnete die ganze Sache als "klassischen Fall der Stunde der Idioten", also jene frühen Morgenstunden, in denen aus verletztem Stolz oder Machogehabe heraus unbeteiligte Personen attackiert und verletzt würden.

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