Paul Suter
Drei Freunde vermehren das blaue Wunder Phacelia

Die Duftpflanze Phacelia ist ein blauer Farbtupfer in der Landschaft und ein wertvoller Gründüngung für die Landwirtschaft. Drei Bauern fördern jetzt die Produktion des Saatgutes. Alles andere als eine blauäugige Idee.

Barbara Vogt
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Paul Suter, Geri Busslinger und Peter Brem

Paul Suter, Geri Busslinger und Peter Brem

Walter Schwager

Das Feld mit unzählig duftenden Phacelias erstreckt sich über die Ebene. Paul Suter (57) aus Hendschiken, Peter Brem (41) aus Rudolfstetten, und Geri Busslinger (42) aus Mellingen, stehen mittendrin. «Phacelia ist ein blaues Wunder», sagen sie. «Sie wird zur Gründüngung eingesetzt. Das unterstützt die Bildung von Humus und wirkt gegen die Auswaschung von Nitrat.» Viele Fussgänger erfreuen sich an der Blumenpracht, stellt Paul Suter immer wieder fest. Und für die Bienen sei es eine ideale Trachtpflanze im Sommer.

Bei den drei Landwirten entstand die Idee, das Saatgut der Phicealia zu gewinnen. Eine Pioniertat in der Schweiz: Denn bis anhin wurde der Phaceliasamen aus der ganzen Welt importiert. «Das Einschleppen von Neophyten ist problematisch, trotz strengen Saatgutrichtlinen», sagen sie.

Bereits zum zweiten Mal lieferten Suter, Busslinger und Brem in diesem Jahr den Phaceliasamen an die Fenaco Winterthur. 400 bis 500 Kilogramm pro Hektare. «Die Fenaco unterstützt das Projekt und leistet Defizitgarantie.» Doch wollen die Landwirte ihren Versuchen auf den Aargau respektive auf die Schweiz ausweiten. «Aus Sicht des Abnehmers müssen wir mindestens 50 Tonnen Saatgut produzieren, ansonsten lohnt sich das Unternehmen nicht.» Je mehr Landwirte mitmachten, desto weniger Saatgut brauchr es aus dem Ausland. «Wir wollen eine konkurrenzfähige Landwirtschaft betreiben, die mit einem guten Gewissen gegenüber der Natur, Tierwelt und Mitmenschen vertretbar ist.» Und mit einem Augenzwinkern spinnen sie ihre Idee weiter: «Der Samen könnte man fürs Brotbacken brauchen. Das gäbe eine herrliche Note.»