Politaktion
Doris Leuthard wird entführt und strahlt jetzt vor dem Atomkraftwerk Beznau

Die Skulptur mit dem Konterfei von Bundesrätin Doris Leuthard wurde im Rahmen einer Politaktion aus Merenschwand entwendet. Der Erschaffer des Werks findet dies gar nicht lustig.

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Bruno Käppeli, Erschaffer des bundesrätlichen Denkmals, ist erzürnt. Aus seinem Garten wurde Leuthard nämlich entwendet. Käppeli spricht erst von einem Bubenstreich, hat Anzeige erstattet.
Doch nicht «Schnuderbuebe», wie sich Käppeli ausdrückt, sind für den Diebstahl verantwortlich, sondern ein ehemaliger FDP-Grossrat.

Rolf Walser hat die Leuthard-Skulptur am Dienstag im Morgengrauen von einem Kranlastwagen abholen und vor das Atomkraftwerk Beznau fahren lassen.

Walser über Leuthard: «Die Aktion ist ein Kompliment, vor allem jetzt, wo sie zu ihrer alten Form zurückgefunden hat, wo sie für eine sichere Energieversorgung einsteht.» Das sei nicht immer so gewesen. Nach Fukushima habe sie die Atomenergie hinterfragt. Grundlos, wie Walser findet.

Doch mittlerweile lehnt Leuthard eine schnelle Abschaltung dreier Atomkraftwerke ab, was Walser erfreut zur Kenntnis nimmt. Es stimmt ihn für die kommende Abstimmung vom 27. November über die Energiestrategie zuversichtlich. «Atomkraftwerke sind sicher, es gab nie einen Störfall. Das einzige, was heute strahlt, ist das Gesicht von Doris Leuthard», so Walser gegenüber Tele M1.

Käppeli findet die Aktion weniger gelungen. Er hält nach Bekanntwerden der Urheberschaft an der Anzeige fest. «Ich finde es eine Frechheit. Ich gehe ihnen ja auch nicht den Brunnen aus dem Garten stehlen.»

Was die Bundesrätin von der Aktion hält, ist nicht bekannt.