Fussball
Dietikon verliert erneut Punkte gegen ein Kellerteam und zittert selbst wieder

Anfang März noch ging der Blick der Dietiker nach oben in der 1. Liga. Zwei Siege zum Start ins neue Jahr waren der gegebene Anlass. Nun hat sich die Blickrichtung verändert. Dem 1:1 gegen das Team Ticino folgte eine 1:2-Niederlage in Thalwil.

Raphael Biermayr
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Dietikons Luca Dimita ist vor Torhüter Sven Gammel am Ball, soll aber im Abseits gestanden sein.

Dietikons Luca Dimita ist vor Torhüter Sven Gammel am Ball, soll aber im Abseits gestanden sein.

bier

Der erste Abstiegsplatz liegt für den FCD nur noch vier Punkte entfernt. Die beiden jüngsten Matches glichen sich stark. Spielerisch gab der FCD den Ton an, doch erst in den Schlussphasen, als der direkte Weg zum Tor gesucht wurde, ging von den Aktionen regelmässig Gefahr aus.

Und: Die Dietiker gerieten nach groben Fehlern in Rückstand, gestern gar mit zwei Treffern. Beim 1:0 liessen sie Shkelzen Iseni solange gewähren, bis er vor Torhüter Ngongo stand, wo er zum vor dem leeren Tor stehenden Kurt Marty passte (58.).

Dem 2:0 ging ein 40-Meter-Pass der Aussenlinie entlang voraus, den Marko Marjanovic cool vollstreckte. Innenverteidiger Ivica Cokolic zeigte in dieser Situaiton, war es eine seiner schwächsten Partien im FCD-Dress war.

Ausgleichstor aberkannt

Und in der Offensive? Am Mittwoch hatte der eingewechselte Milos Janicijevic kurz vor Schluss den Treffer zum Schlussresultat erzielt. In Thalwil jubelte er in der Nachspielzeit nach seiner Flanke und dem Kopfballtor von Luca Dimita schon – das 2:2 zählte aber wegen einer Abseitsposition jedoch nicht.

Den Anschlusstreffer für die Dietiker hatte Shaho Maroufi erzielt. Er profitierte von einem missglückten Fangversuch von Sven Gammel, der überraschend statt Teamcaptain Manuel Gasser im Tor stand.

Eklat von Torhüter Gasser?

Auf dem Etzliberg machte das Gerücht die Runde, Gasser hätte nach der Pleiteserie auf der Bank Platz nehmen müssen. Er war dieser Anordnung aber offenbar nicht nachgekommen.

Dietikon hat derweil mit eigenen Problemen zu kämpfen. Die zwei Nackenschläge innert weniger Tage legen eine trügerische Sicherheit offen, in der sich die Mannschaft vermutlich wähnte nach den Erfolgen zu Beginn des Monats. Es macht ganz den Anschein, dass sie die letzten beiden Aufgaben auf die leichte Schulter genommen hat.

Raphael Meyers Rückkehr

Nach dem Schlusspfiff in Thalwil gab es schöne Szenen zu sehen. Raphael Meyer, dessen Wechsel von den Seebuben nach Dietiker in der Winterpause einigen Staub aufgewirbelt hatte, klatschte die ehemaligen Teamkollegen ab und gratulierte ihnen zum Sieg. «Es war ein Spiel wie jedes andere», sagte er und meinte das durchaus ernst. An seinem 22. Geburtstag bemühte Meyer sich wie stets, Pep in die Limmattaler Offensive zu bringen. Er hätte das Spiel für seinen neuen Verein positiv lancieren können, doch sein Kopfball aus fünf Metern ging über das Tor (5.). «Ich habe zuviel überlegt. Zuerst wollte ich ihn in die lange Ecke köpfeln, dann in die nahe – da war es schon zu spät», sagte er selbstkritisch. (bier)