Olympia London 2012
Diese Athleten vertreten die beiden Basel in London

Die Olympischen Spiele schlagen in Basel und der Region keine grossen Wellen. Public Viewings wie an der Fussball-EM gibt es nicht. Die Athleten aus der Region werden von ihren Freunden und Vereinskollegen trotzdem unterstützt.

Nadine Böni
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Max Heinzer ist Mitglieder der Fechtgesellschaft Basel (FGB) und hofft auch in London jubeln zu können
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Das sind die Athleten beider Basel, die nach London reisen
Die Solothurner Triathletin Daniela Ryf trainiert bei den Wildcats Basel
Die Mountainbikerin Katrin Leumann aus Riehen war bereits bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen mit dabei
Alex Wilson möchte bis in die Halbfinals sprinten
Yannick Käser, Schwimmer aus Mumpf, wird von seinem ehemaligen Basler Verein von zuhause aus unterstützt
Der Ruderer Simon Niepmann wohnt in Grenzach-Whylen

Max Heinzer ist Mitglieder der Fechtgesellschaft Basel (FGB) und hofft auch in London jubeln zu können

Keystone

Es ist noch keine vier Wochen her, seit die Spanier an der Fussball-EM den Pokal in die Höhe stemmten. In dutzenden Lokalen in der Region jubelten die Fans - sei es an Public Viewings wie in der Markthalle, in Bars und Pubs oder lautstark auf der Strasse.

Die olympischen Spiele bewegen sich dagegen in einem eher ruhigeren Rahmen. Ein Public Viewing findet nirgends statt. Fans und Kollegen der Athleten fiebern trotzdem mit.

Federer-Fans reisen nach London

Sieben Athleten, die aus der Region stammen oder für einen Verein in der Region tätig sind, starten in London für die Schweiz. Der berühmteste ist unbestritten Roger Federer. Doris Löffel vom Federer-Fanclub «fans4roger» versucht zur Zeit, ihre eigene Euphorie zu bremsen. Sie gehört zu den Glücklichen, die für die Federer-Spiele Tickets erhalten haben.

Auch über zwei Dutzend andere Mitglieder des Fanclubs reisen nach London. Die Daheimgebliebenen würden die Matches hauptsächlich alleine oder im engsten Freundeskreis verfolgen. «Viele Mitglieder verfolgen einen Match lieber in ihrer Stube, weil sie dort mit Roger schimpfen können, wenn es nicht läuft. Das würden sie sich an einem Public Viewing nicht getrauen», sagt Löffel.

«Gemeinsam macht es mehr Spass!» Das schreibt dagegen Manfred Beckmann an die Mitglieder der Fechtgesellschaft Basel (FGB). Die FGB kann in London einen «eigenen» Athleten verfolgen: Max Heinzer.

Maître Beckmann reist zur Unterstützung von Heinzer und seinem Schweizer Kollegen Fabian Kauter extra nach London. Für die Daheimgebliebenen organisiert er ein vereinsinternes Public Viewing im Fechtsaal. «Ein eindrückliches und nachhaltiges Erlebnis», hofft Beckmann. Für die Schweizer Fechter sei an Olympia «alles möglich. Beide sind auf jeden Fall in der Lage, ganz vorne mitzumischen», ist Beckmann überzeugt.

«Olympia schreibt eigene Geschichten»

In erster Linie als Helferin ist Daniela Ryf bei Olympia mit dabei. Sie wird im Triathlon Nicola Spyrig unterstützen. Der Cheftrainer ihres Vereins Wildcats Basel, Claude Ammann, sieht für Ryf allerdings auch Medaillenchancen: «Bei Olympia entscheidet die Tagesform, deshalb hat auch Daniela ihre Chance. Olympia schreibt immer eigene Geschichten.»

Freunde und Athleten ihres Vereins werden ihr zu Hause die Daumen drücken. Am 5. August finden die Schweizer Meisterschaften in Nyon statt. Da viele Wildcats-Athleten dort starten, ist niemand nach London gereist.

Mit dem Laptop vor dem TV

Für ganz nach vorne wird es Schwimmer Yannick Käser wohl nicht reichen. Sein Freund Nikos Wilczek hofft auf das Halbfinale. Beim Schwimmverein Basel haben die beiden lange Zeit zusammen trainiert. Mittlerweile betreut Wilczek Käsers Fanpage auf Facebook.

Selbst nach London reisen wird er nicht. «Ich werde seine Rennen wohl vor dem Fernseher zusammen mit Freunden verfolgen - mit dem Laptop daneben versteht sich, um die jüngsten Ereignisse seinen Fans sofort mitzuteilen», sagt Wilczek. Dabei erhofft er sich ein kleines Zeichen des Athleten: «Ein Gruss an die ‹Gummibärenbande›, wie sich ein Teil seines Freundeskreises nennt.»

Käsers grösster Fan - seine Mutter Regula - wird die Rennen live in London verfolgen. «Obwohl sie bestimmt wieder nicht zusehen kann. Yannicks Mama ist nervöser, als er selber», so Wilczek.

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