Aarwangen
Die Vorstadtbrücke führt zu einem Graben zwischen Jung und Alt

Die Meinungen zur «Vorstadtbrücke» gehen innerhalb der Parteien auseinander. Die jungen Eltern sind eher dafür, aber vor allem ältere Menschen wehren sich vehement dagegen.

johannes reichen
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Solothurner Zeitung

Die Brücke sollte eine Verbindung darstellen, doch jetzt teilt sie das Dorf. Das ist nicht die Schuld von Bauingenieuren, sondern einfach Politik. Wenn man Hans Bigler fragt, den Präsidenten der SVP Aarwangen, dann verläuft der Graben zwischen den Jungen im Dorf und den Älteren. «Die jungen Eltern sind eher dafür, aber vor allem ältere Menschen wehren sich vehement dagegen», sagt Bigler. Er selbst hat sich auf die Seite der Jungen geschlagen.

Am 4. April stimmt die Gemeindeversammlung über die Initiative für eine «Sichere Strassenüberquerung Vorstadt-Sonnhalde» ab. Bei einem Ja muss der Gemeinderat ein konkretes Projekt vorlegen.

Am Montag findet die Parteiversammlung der SVP statt. «Wir werden sehen, dass wir da eine Parole fassen können», sagt Bigler. Wie die lauten könnte, dazu wagt er keine Prognose.

«Eine punktuelle Lösung»

Auch in der SP gehen die Meinungen auseinander. «Die Brücke ist innerhalb unserer Partei umstritten», sagt Präsidentin Barbara Sägesser, eine klare Linie gebe es nicht. Die Zeichen deuten allerdings eher auf eine Ablehnung hin. «Die meisten unserer Mitglieder sind ältere Leute. Wenn man Kinder hat, sieht man das sicher etwas anders», sagt Sägesser.

In der «Dorfzytig» ist allerdings ein SP-Artikel gegen die Idee erschienen. Sägesser weiss um die Schwierigkeit dieser Position. «Die SP schaut ja für Familien», und auch Velofahrer sollten sich eigentlich aufgehoben fühlen in der Partei.

Doch auch sie ist gegen die Brücke, und diese Position werde sie auch an der Gemeindeversammlung vertreten. «Man muss das gesamte Dorf betrachten. Eine Brücke in der Vorstadt wäre lediglich eine punktuelle Lösung.» Die SP wolle eine Lösung für ganz Aarwangen, sagt sie.

Unsicherheit wegen Kosten

Am nächsten Donnerstag wird sich auch in der FDP wohl entscheiden, auf welche Seite die Stimmung kippt. Dann werden die Initianten der Initiative ihr Projekt vor der Hauptversammlung vorstellen. «Und auch unsere beiden Gemeinderäte werden ihre Position erläutern», sagt Präsident Kurt Bläuenstein. Der Aarwanger Gemeinderat empfiehlt die Ablehnung der Initiative.

«Es besteht eine gewisse Unsicherheit», sagt Bläuenstein. «Auf der einen Seite sieht man die Strasse mit dem enormen Verkehrsaufkommen, wofür ein Verkehrsdienst notwendig ist.» Auf der anderen Seite stünden die Kosten. «Sie sind der springende Punkt», sagt der FDP-Präsident. Aus Sicht der Initianten wären rund 750000 Franken für eine Brücke nötig, der Gemeinderat sieht die absolute Obergrenze bei 2,6 Millionen Franken.

«Wenn die Brücke 1,5 Millionen oder mehr Franken kosten sollte, habe ich schon meine Bedenken», sagt Kurt Bläuenstein. Und dazu gebe es ja auch andere Regionen und Übergänge in Aarwangen, die man anschauen müsse. Aber für eine definitive Meinungsbildung will er die Hauptversammlung abwarten.