Hooligans
Die Verschärfung der Massnahmen gegen Hooligans findet Anklang

Der Zürcher Regierungsrat ist zufrieden mit der für die gesamte Schweiz geplanten Verschärfung der Massnahmen gegen Hooligans. Ein Patentrezept gegen die Gewalt an Sportveranstaltungen bestehe aber nicht, teilte er am Donnerstag mit.

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Basler Hooligans scharf von der Polizei beobachtet.

Basler Hooligans scharf von der Polizei beobachtet.

Insbesondere die neue Bewilligungspflicht für Sportveranstaltungen, die Verlängerung des Rayonverbots von einem auf zwei Jahre sowie die neue Umschreibung des Geltungsbereichs gewaltättigen Verhaltens begrüsst der Regierungsrat.

Besucher nur bei Verdacht durchsuchen

Hingegen fordert er in seiner Vernehmlassungsantwort eine Änderung bei Durchsuchungen von Matchbesucherinnen und -besuchern. Diese dürfte in der vorliegenden Form dem Grundrechtsschutz widersprechen. Der Regierungsrat schlägt vor, dass die Matchbesucher nur bei einem konkreten Verdacht untersucht werden dürfen.

Die im Konkordat vorgesehen Massnahmen reichten noch nicht aus. Zusätzlich brauche es präventive Massnahmen wie Fanarbeit und Fanbetreuung.

Abnützung bei Internetfahndung

Auch in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Interpellation der Kantonsräte Beni Schwarzenbach (glp, Zürich) und René Gutknecht (glp, Urdorf) äussert sich der Regierungsrat zur Bekämpfung von Hooliganismus, so etwa zur Internetfahndung.

Eine konsequente Veröffentlichung von Bildern von gesuchten, nicht identifizierten Täterinnen und Tätern wäre mit geltendem Recht nicht vereinbar. Der Regierungsrat ist auch aus Abnützungsgründen dagegen: Da die Öffentlichkeitsfahndung heute sparsam eingesetzt werde, geniesse sie eine grosse, öffentliche Beachtung.

Der Regierungsrat äussert sich zudem zum Vorgehen bei Pyro- Vorfällen. Er empfiehlt ein mehrstufiges Vorgehen: Das Spiel soll nach Feststellung einer schweren Übertretung unterbrochen werden. Allenfalls sei der Spielabbruch anzudrohen.

Verbote konsequent durchsetzen

Die Kantonsregierung fordert weiter, dass Rayon- und Stadionverbote durchzusetzen sind und verweist auf ein Pilotprojekt mit dem Schlittschuhclub Bern. Zutritt erhält dort nur, wer nicht in der sogenannten Hooligan-Datenbank verzeichnet ist.

Das Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen ist seit 1. Januar 2010 in Kraft. Es enthält polizeiliche Massnahmen zur Verhinderung gewalttätigen Verhaltens anlässlich von Sportveranstaltungen. Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren schickte die Reivison des Konkordats im Oktober 2011 in die Vernehmlassung.