Niederbipp
Die Verantwortlichen der Regionalkonferenz lassen den Kopf nicht hängen

Die Enttäuschung über den Ausgang der Abstimmung über die Regionalkonferenz war nicht zu verhehlen, doch die Verantwortlichen lassen den Kopf nicht hängen. «Wir erfüllen unsere Aufgabe weiter», sagte Präsident Robert Sutter an der Delegiertenversammlung der Region Oberaargau.

Eduard Nacht
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Thomas Rufener, Stefan Costa und Robert Sutter, Präsident der Region Oberaargau. Eduard Nacht

Thomas Rufener, Stefan Costa und Robert Sutter, Präsident der Region Oberaargau. Eduard Nacht

Stefan Costa, Geschäftsführer des Verbandes analysierte das Abstimmungsresultat. Im Abstand von zwei Monaten betrachtet lässt sich das Abstimmungsresultat nüchterner beurteilen. So sei etwa auffallend, dass in vielen Gemeinden die Stimmbeteiligung an der regionalen Abstimmung kleiner gewesen sei, als an der eidgenössischen Abstimmung, die gleichzeitig stattfand.

Zu trocken und zu technisch

«Das lässt darauf schliessen, dass die Materie offenbar zu trocken und zu technisch war», schloss Costa daraus. «Viele Stimmberechtigte waren unsicher und enthielten sich wohl deshalb der Stimme.» Die Leute hätten sich Sorgen um die Gemeindeautonomie gemacht, da und dort sei ein Graben zwischen Behördevertretern und Bevölkerung sichtbar geworden und etliche hätten mit ihrem Nein wohl auch ihre Staatsverdrossenheit zum Ausdruck gebracht. Den Ausschlag gegeben hätten zahlreiche kleine Gemeinden, in denen die Stimmberechtigten um die Autonomie gefürchtet hätten.

«Wir gehen jetzt weiter unseren Weg der regionalen Zusammenarbeit. Ernsthaft, aber nicht verunsichert», schloss Costa.

RGSK genehmigt

Das Regionale Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept (RGSK) wurde mit einigen marginalen Änderungen genehmigt und kann jetzt dem Kanton eingereicht werden. Da es keine Regionalkonferenz gebe, spiele jetzt das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) diese Rolle, sagte Manuel Flückiger, Projektleiter RGSK im AGR. Im Endzustand soll das Konzept regionale Richtpläne ersetzen und weiterentwickeln. «Die Vorprüfung lag Ende 2011 vor, inzwischen wurden vom Kanton gewünschte Änderungen noch vorgenommen, so dass das RGSK nun eingereicht werden kann.»

RVK 2 gutgeheissen

Das regionale Angebotskonzept 2014 – 2017 wurde vom Ausschuss der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK) erarbeitet und jetzt der Delegiertenversammlung zur Genehmigung vorgelegt, damit die darin enthaltenen Vorschläge rechtzeitig dem Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Bern eingereicht werden können. Thomas Rufener als RVK-Vizepräsident erläuterte die zahlreichen Vorschläge. «Für den Perimeter der RVK2 sind keine übergeordneten Änderungen im Fernverkehr oder im S-Bahn-Angebot absehbar. Bestandteil des regionalen Angebotskonzeptes sollen insbesondere bis jetzt aus verschiedenen Gründen nicht erfüllte Anliegen sein», heisst es in den Unterlagen, die den Delegierten vorlagen.

Unter den zahlreichen Eingaben fällt die Forderung von Herzogenbuchsee und Langenthal auf, den durchgehenden 30-Minuten-Takt Bern Olten wieder einzuführen. Herzogenbuchsee verlangt als Zwischenlösung, dass die drei nächtlichen Regionalzüge von Olten nach Langenthal neu nach Herzogenbuchsee weitergezogen werden. Huttwil wünscht sich eine direkte Verbindung nach Bern via Langenthal mit Halt in Bern Wankdorf und den 30-Minuten-Takt der Bahnlinie 440 auch an Samstagen und Sonntagen. Der «Wunschzettel» der RVK enthält auf knapp 30 Seiten zahlreiche weitere Verbesserungsvorschläge.

Die statutarischen Geschäfte wie Jahresberichte, Jahresrechnung und Entlastung des Vorstandes gaben an der 70. Delegiertenversammlung der Region Oberaargau zu keinen Diskussionen Anlass.

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