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Die «Tageswoche» baut fünf Stellen ab

Die «Tageswoche» baut bis Ende März fünf Stellen ab. Grund dafür ist eine Kürzung der Unterstützung durch eine Stiftung, die von Roche-Miterbin Beatrice Oeri finanziert wird.

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(Archiv)

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Keystone

Nach fünf Jahren sei die Anschubfinanzierung durch die Stiftung für Medienvielfalt beendet, gab die «Tageswoche» am Donnerstagabend auf ihrer Website bekannt. Die Stiftung wolle die «Tageswoche» künftig indes weiterhin mit einem festen Betrag unterstützen, was eine Weiterführung im Sinne des Stiftungsauftrags ermöglichen soll.

Während bislang der grösste Teil der Ausgaben durch die Stiftung finanziert war, muss das Medienprojekt künftig den grössten Teil der Kosten selber decken können, wie am Freitag von Geschäftsführer und Chefredaktor Christian Degen zu erfahren war. Konkrete Zahlen gibt die «Tageswoche» nicht bekannt. Es sei indes klar, dass sie in der heutigen Form nicht weitergeführt werden könne.

Von 31 Mitarbeitenden werden fünf bis Ende März die «Tageswoche» verlassen. Dies entspricht einem Abbau von 440 Stellenprozenten auf knapp 21 Vollzeitstellen. Betroffen sind laut Degen zwei volle Journalistenpensen. Zudem wird ein Mitarbeiter nicht ersetzt, der in Pension geht. Stellen werden auch in Betrieb und Produktion abgebaut.

Printausgabe auf Prüfstand

Um die Kosten künftig zu decken, will die «TagesWoche» voraussichtlich ab April ein neues Mitgliedermodell einführen. Details sollen Anfang 2017 bekannt gegeben werden. Zudem will sie Themen stärker gewichten und die Anzahl publizierter Artikel verringern. Das Werbeumfeld bleibe daneben schwierig, sagte Degen.

«Genau analysiert» wird gemäss Degen auch die wöchentliche Printausgabe, die gemäss den jüngsten WEMF-Zahlen eine beglaubigte Auflage von 3827 verkauften Exemplaren hat. Ein Entscheid über eine Einstellung des gedruckten Blatts sei aber noch nicht gefallen. Nicht angedacht sei eine Online-Paywall.

Die «Tageswoche» ist im Umfeld des Wirbels um die Besitzer der «Basler Zeitung» im Oktober 2011 als Onlinemedium und wöchentliche Printausgabe gestartet. Die durch Beatrice Oeri finanzierte Stiftung für Medienvielfalt hatte zunächst eine Anschubfinanzierung für vier Jahre zugesagt.

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