Nationalratswahlen
Die SVP zieht mit Wälchli und Hadorn ins Rennen

Die SVP Oberaargau zieht mit ihren beiden amtsältesten Grossräten in den Nationalratswahlkampf 2011: Käthi Wälchli und Christian Hadorn. Das beschlossen die Delegierten am Mittwochabend in Herzogenbuchsee.

Jürg Rettenmund
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Käthi Wälchli

Käthi Wälchli

Keystone

«Es geht darum, nach der erfreulichen Wahl von Johann Niklaus Schneider-Ammann in den Bundesrat, dafür zu sorgen, dass der Oberaargau im Nationalrat wieder vertreten ist», zeigte Vizepräsident Ulrich Iseli die Bedeutung der Wahlen 2011 auf. Er gab sich überzeugt, dass die SVP mit den beiden erfahrenen Kantonsparlamentariern auf die richtigen Pferde setzt, wies aber auch auf Absagen hin, die die Partei akzeptieren musste.

Drei wollen nicht

Namentlich erwähnte Iseli den Langenthaler Stadtpräsidenten Thomas Rufener, Jürg Schürch aus Huttwil (beide ebenfalls im Grossen Rat) sowie Patrick Freudiger, dem nach seinem Spitzenrang auf der Liste der Jungen SVP bei den Wahlen 2007 eigentlich ein Platz zugestanden hätte.

Gerade wegen Freudigers Absage wurde aus der Versammlung die Forderung laut, mit der Rückgabe des dritten Listenplatzes an die Kantonalpartei nicht nur die Forderung zu verknüpfen, diesen einer benachbarten Kreispartei zuzuhalten, sondern ausdrücklich einer jungen Kraft. Namentlich genannt wurde die Burgdorfer Sektionspräsidentin Nadja Pieren. Ebenfalls wurde verlangt, dass der Platz dem ländlichen Raum zugutekommen soll und nicht der Agglomeration Bern.

Willen des Volkes akzeptieren

Die Nomination von Hadorn und Wälchli zuhanden der kantonalen Delegiertenversammlung vom 13. Oktober löste keine Diskussionen aus. Hadorn wurde aus dem Publikum lediglich gefragt, wie er sich als Bundesparlamentarier verhalten würde, sollte das Minarettverbot durch den Europäischen Gerichtshof ausser Kraft gesetzt werden.

Er werde sich dafür einsetzen, dass der Wille des Schweizer Volkes respektiert werde, erklärte dieser, nachdem er bereits in seinem Einleitungsreferat auf die Intervention der SVP-Grossratsfraktion nach dem Entscheid der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion zum Langenthaler Baugesuch hingewiesen hatte.

Mobilisierung ist zentral

Vor der Nomination hatte Nationalrat Jean-Pierre Graber aus La Neuveville aufgezeigt, mit welchen Zielen die SVP in die nationalen Wahlen 2011 steigen will. Die SVP strebt einen Wähleranteil von 30 Prozent an.

Bei einer angenommenen Wahlbeteiligung von 48 Prozent heisse das, dass die SVP ihre Wählerstimmen von 666000 nochmals auf 727000 ausbauen müsste. Es müssten also 61000 neue Wähler mobilisiert werden, auf den Kanton Bern entfalle ein Anteil von 7000 und 8000, verdeutlichte Graber. Deshalb müsse die Mobilisierung der Wähler das oberste Ziel der SVP sein.