Wiedlisbach
Die SVP sucht jetzt einen Gemeinderat

Einen Monat nach dem Rücktritt der Gemeindepräsidentin Katharina Hofer (SVP) ist die Nachfolge offen. Für die SVP ist der Fall aber klar. Die Partei habe gemäss Wahlreglement ein Vorschlagsrecht.

Johannes Reichen
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Wer findet den Weg ins Gemeindehaus? Das ist der Hintereingang. bar

Wer findet den Weg ins Gemeindehaus? Das ist der Hintereingang. bar

Solothurner Zeitung

An der Zahl hat sich kürzlich mit Katharina Hofer (SVP) eine Person aus der Wiedlisbacher Politik verabschiedet. Doch weil sie nicht nur Gemeinderätin war, sondern auch Gemeindepräsidentin, werden nun sozusagen zwei Nachfolger für sie gesucht. Hört man sich in Wiedlisbach um, ist nur schwer zu sagen, welche Suche einfacher sein wird.

Einen Monat ist es jetzt her, dass Hofer an der Gemeindeversammlung ihren Rücktritt erklärt hat, und bis heute zeichnet sich keine Lösung ab. «Der Gemeinderat trifft sich Mitte August zur nächsten Sitzung», sagt der interimistische Gemeindeschreiber Patrick Hofer, «dann entscheidet er, wie es weitergeht.»

Keine Ersatzleute

Das Organisationsreglement gibt den Weg allerdings vor. Was den Sitz im Gemeinderat angeht, so kandidierte Hofer bei den Wahlen 2009 für die SVP. Ihre Partei war damals eine Listenverbindung mit der BDP und der FDP eingegangen. Aus der SVP kann jetzt niemand nachrücken; neben Hofer wurde vor zwei Jahren auch Beat Berchten gewählt. Mehr Kandidaten gab es nicht.

Gleich sieht es beim Listenpartner FDP aus. Beide Kandidaten wurden gewählt. Damit läge der Ball nun bei der BDP. 2009 schafften Rainer Maisch (1. Ersatz) und Cornelia Allemann-Kilchenmann (2. Ersatz) die Wahl nicht. Beide waren sie gestern für diese Zeitung nicht zu erreichen. Gemäss der Aussage von Berchten, der auch Präsident der SVP Wiedlisbach ist, zeigen jedoch weder Maisch noch Allemann Interesse daran, für Hofer in den Rat nachzurücken. Offiziell angefragt wurden sie laut Vizegemeindepräsident Andreas Ingold (FDP) bisher aber nicht, weswegen sich Ingold nicht weiter zur Neubesetzung äussern will.

Für SVP-Präsident Berchten ist der Fall aber klar. Seine Partei hat gemäss Wahlreglement ein Vorschlagsrecht. Am Donnerstag hält die SVP Wiedlisbach ihre Parteiversammlung ab, und dann werde der freie Sitz ein Thema sein: «Wir suchen jetzt einen Kandidaten aus unseren Reihen», sagt Berchten.

Die Präsidiums-Frage

Sobald der Gemeinderat wieder komplett ist, wird sich auch die Frage stellen, wer aus dem Siebnergremium das Präsidium übernimmt. Der Rat wählt die Gemeindepräsidentin oder den Gemeindepräsidenten aus seiner Mitte. «Wir müssen das im Gemeinderat besprechen», sagt auf Anfrage Gemeinderätin Sandra Mäder (BDP). «Die Frage ist vor allem, wer am meisten Zeit dafür hat.» Für sie steht das Gemeindepräsidium derzeit nicht im Vordergrund. «Ich habe andere Prioritäten.»

Vizepräsident Ingold hat sich zwar Gedanken gemacht, will sich aber nicht dazu äussern. Martin Allemann (FDP), derzeit etwa zuständig für die Ortsplanungsrevision und Zukunftsstrategie und damit für Aufgaben von fast präsidialer Bedeutung, sagt: «Es ist nicht so weit, dass ich dazu Aussagen machen könnte.»

Kurz und gut: «Bis jetzt hat noch niemand Interesse signalisiert», fasst Beat Berchten die aktuelle Lage zusammen. «Es hat sich in den letzten Jahren mit Katharina Hofer eben auch gezeigt, wie viel Aufwand dieses Amt verlangt.» Für ihn, der auswärts in Luzern arbeitet, liege das Präsidium jedenfalls nicht drin.

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