Langenthal
Die Stadt lässt Sonnenschirme mit Werbung verbieten

Die Restaurants am Wuhrplatz werden bezüglich Mobiliar für den Aussenraum eingeschränkt: Sonnenschirme mit Werbung oder Plastikstühle sind künftig nicht mehr erlaubt.

Tobias Granwehr
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Hier sind Sonnenschirme mit Werbung künftig nicht mehr erlaubt: Wuhrplatzes (Foto: M. Jäggi-Wyss)

Hier sind Sonnenschirme mit Werbung künftig nicht mehr erlaubt: Wuhrplatzes (Foto: M. Jäggi-Wyss)

Solothurner Zeitung

Die Gastrobetriebe am Wuhrplatz sehnen den neuen Platz herbei - beziehungsweise das Ende der Bauarbeiten. Beklagten sich doch alle angrenzenden Wirte über Umsatzeinbussen. Mit dem neuen Wuhrplatz erhoffen sie sich eine Chance auf bessere Zeiten. Allerdings sorgt der neue Platz schon für Unmut, bevor er Ende September eröffnet wird: Die Stadt will den Restaurants nämlich klare Vorgaben bezüglich Mobiliar für die Aussenbereiche machen. Sonnenschirme mit Werbeaufdruck oder billige Plastikstühle und -tische sind künftig nicht mehr erlaubt.

«Nur wenn die Stadt dafür bezahlt»

Rosario Giuffre von der Bar Gelateria Riva sagt, er habe zufällig davon erfahren. Offiziell sei er über die Vorgaben noch nicht informiert worden. Er weiss aber, dass sein Vermieter diesbezügliche Vereinbarungen mit der Stadt getroffen hat. Giuffre hatte bisher Sonnenschirme von Eichhof mit Werbung für alkoholfreies Bier. Er sagt unmissverständlich: «Ich werde diese nur ersetzen, wenn die Stadt dafür bezahlt.»

Die Stadt beruft sich dagegen auf vertragliche Abmachungen mit den Hauseigentümern: Teilweise seien private Aussenbereiche auf Kosten der Stadt angepasst und gepflästert worden, sagt Thomas Rufener (SVP). Im Gegenzug seien minimale Vorgaben über die künftige Möblierung in die Verträge einbezogen worden. Es gebe immer zwei Möglichkeiten: «Entweder man lässt alle so gewähren, wie sie wollen; oder man definiert gewisse Standards», sagt der Stadtpräsident.

Die Stadt hat nun Letzteres getan. Letztlich liege es an den Hausbesitzern, diese Standards umzusetzen. Ein Reglement bezüglich Mobiliar der Gastrobetriebe sei zwar denkbar. «Allerdings sollte ein solches nicht bloss für den Wuhrplatz erlassen werden, sondern möglichst für die ganze Stadt», sagt Rufener. In Langenthal sei die Situation jedoch etwas anders als beispielsweise in Bern oder Zürich, wo es ungleich mehr Gastrobetriebe gibt. In Bern sorgte ein entsprechendes Reglement, das den Restaurants im Aussenbereich Mobiliar mit Werbung verbot, vor einigen Jahren für grossen viel Wirbel.

Schlichtes Mobiliar gesucht

Ebenfalls betroffen von den städtischen Werbeeinschränkungen ist das Restaurant Chrämerhuus. Optisch habe das «Chrämi» damit keine Probleme, sagt Markus Heiniger, Vorstandsmitglied des Kulturvereins. Dieser betreibt das Restaurant, den Kulturbetrieb und die Chrämerhuus Galerie. Das Gebäude gehört im Übrigen der Stadt.

«Wir wollen möglichst schlicht auftreten. Für uns ist diese Vorgabe vor allem eine finanzielle Frage.» Heiniger sagt, das «Chrämi» suche zurzeit schlichtes, klassisches Mobiliar ohne Firlefanz, das sich auch bezahlen lasse. Sie hätten bereits Mobiliar gesehen für 15 000 bis 20 000 Franken. «Das liegt für uns nicht drin.»

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