Gefängnisausbruch Limmattal
Die Sprayer sind los: Nun fordern sie Freiheit für Angela M.

Erst gestern deckten Sprayer die Graffiti-Reiniger der SBB mit Arbeit ein, als sie ein Erdogan-kritisches Graffiti an die Aussenfassade einer S-Bahn sprayten. Heute folgt der nächste Streich: Freiheit für Angela Magdici wird gefordert.

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So präsentiert sich ein Regionalzug der SBB.

So präsentiert sich ein Regionalzug der SBB.

Screenshot: twitter.com

Bereits am Dienstag provozierten unbekannte Sprayer mit einem aussagekräftigen Graffiti: Erdogan + Ziege = True Love prangte an einer S-Bahn der SBB.

Auf der S-Bahn prangte das Erdogan-kritische Graffiti

Auf der S-Bahn prangte das Erdogan-kritische Graffiti

Screenshot: Twitter/Fabian Molina

Nun haben Sprayer gemäss Twitter erneut zugeschlagen: Ein weiterer Regionalzug wurde versprüht, dieses Mal jedoch nicht kritisch, sondern überraschend mitfühlend. «Free Angela M.» fordern die unbekannten Täter und meinen damit Angela Magdici, die Gefängnisaufseherin, die Anfang Februar mit dem verurteilten Sexualstraftäter Hassan Kiko aus dem Limmattaler Gefängnis nach Italien floh.

Magdici befindet sich seit Donnerstag, 14. April 2016, wieder auf Schweizer Boden und wartet nun in Untersuchungshaft ihr weiteres Schicksal ab. Mit der Forderung nach Freilassung stehen die Sprayer nicht alleine da, denn auch Magdicis Anwalt hat eine Beschwerde gegen die U-Haft eingereicht.

Magdici im Talk Täglich, 23.Mai 2016 Angela Magdici mit ihrem Verteidiger Urs Huber und Moderator Markus Gilli.
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Angela M. und Hassan K. - was bisher passierte In der Nacht auf Dienstag, 9. Februar, verhalf die Gefängniswärterin Angela M. (32) dem Häftling Hassan K. (27) zur Flucht aus dem Gefängnis Limmattal in Dietikon.
Sie schloss die Türen auf, während ihr Kollege auf Nachtschicht schlief. Und: Bald ist klar, dass Angela M. und Hassan K. ein Liebespaar sind.
Hassan K. kam 2010 in die Schweiz. Er wurde vom Bezirksgericht Dietikon wegen Vergewaltigung einer knapp 16-Jährigen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil er es an das Zürcher Obergericht weiterzieht.
Angela M. ist in Wohlen AG aufgewachsen, trainierte dort Kickboxen. Vor der Flucht lebte sie seit drei Monaten von ihrem Mann getrennt, den sie 2014 geheiratet hatte.
Nach ihrer Flucht wurde bekannt, dass sie mit einem Auto über die Grenze zu Italien geflüchtet waren. Es handelte sich um einen schwarzen BMW X1 mit dem Kennzeichen ZH 528 411.
Am 21. März tauchte eine Video-Botschaft vom M. und K. auf: Die ehemalige Gefängniswärterin entschuldigte sich darin bei ihrer Familie und beteuerte, Kiko sei «der Mann ihres Lebens».
Gott habe sie für seine Flucht gesandt: So äusserte sich Hassan K. im Video über Angela M. Er beteuerte, er sei zu unrecht verurteilt worden und beklagte sich über die Haftumstände.
Gefängnispaar: Hat es das Video verraten? Wochenlang fahndeten die Behörden nach Angela Magdici und Hassan Kiko. Dann veröffentlichen diese eine Videobotschaft – und gaben der Polizei damit entscheidende Hinweise.
In der Nacht auf Karfreitag, 25. März, klickten die Handschellen: Sie und er waren im Bett, als nachts um 3 Uhr Polizisten die Wohnung stürmten. Die Wohnung befand sich in einem Hochhaus in Romano di Lombardia (I), rund 100 Kilometer von der Schweizer Grenze und 60 Kilometer östlich von Mailand entfernt. Angela M. wehrte sich so sehr, dass vier Beamte nötig waren, um sie zu überwältigen.
Seither sitzen sie in einem italienischen Gefängnis. Gemäss ihres Anwalts haben sie ihrer Auslieferung in die Schweiz zugestimmt.
Nach 66 Tagen war Angela M. am Donnerstag, 14. April 2016, zurück in der Schweiz. Bis zur Urteilsverkündung sass sie in Untersuchungshaft. In Chiasso übernahmen Schweizer Polizisten Angela M.

Magdici im Talk Täglich, 23.Mai 2016 Angela Magdici mit ihrem Verteidiger Urs Huber und Moderator Markus Gilli.

Screenshot Tele Züri

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