Birmensdorf
Die Schüler der Sekundarschule Brüelmatt präsentieren ihre «gführchigsten» Fratzen

In der Projektwoche der Sekundarschule Brüelmatt wurden Holzblöcke plötzlich lebendig

Darina Schweizer
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Schüler schnitzen Holzmasken
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Die 13-jährige Lorena Spörri ist beim Bohren besonders vorsichtig, denn ein Teil ihrer Maske ist letztes Mal abgebrochen. Sie konnte ihn aber zum Glück wieder anleimen.
Ihr haben es die venezianischen Masken angetan: Hüsniye Kisakara möchte das Holz weiss anmalen und ganz viel Farbe und bunte Tücher hinzufügen
Susanne Ninir muss an ihrer Maske nur noch Kuhzähne und Hörner anbringen, dann ist sie fertig für die Ausstellung am Freitag.
Der Kopf seiner Maske gefällt Sebastian Sacirovic besser als je zuvor: Asymmetrisch habe er etwas Einzigartiges.

Schüler schnitzen Holzmasken

Darina Schweizer

«Jetzt erwecken wir sie zum Leben», sagt Oberstufenlehrer Christoph Lisibach zufrieden, als er eine grimmig glotzende Holzmaske mit riesigen, ungleich grossen Nasenlöchern in die Hand nimmt. Ein Schüler hat sie während der Projektwoche an der Birmensdorfer Sekundarschule Brüelmatt geschnitzt. Eine eigene Zeitung kreieren, eine Rakete bauen oder eine Woche im Zoo Zürich verbringen – aus zwölf Vorschlägen hatten die Schüler einen Kurs auswählen können. Zehn haben sich für Lisibachs Kurs «Maskenschnitzen» angemeldet, wo Nachahmungen der traditionellen Tschäggättä-Fasnachtsmasken aus dem Lötschental hergestellt werden. Mit ihnen streifen die Walliser zur Fasnachtszeit durch die Dörfer, um den Winter zu vertreiben und all denjenigen, die noch unterwegs sind, einen Schrecken einzujagen.

Die «gfürchigen» Gesichter waren vor zwei Tagen noch schlichte, glatte Lindenholz-Klötze. Doch je tiefer man schnitze, desto lebendiger würden sie, meint Lisibach. Der 13-jährigen Lorena Spörri ist ihre Maske schon fast zu lebendig. «Aufhängen werde ich sie zu Hause wahrscheinlich nicht. Ich hätte ja jedes Mal Angst, in der Nacht an ihr vorbeizugehen», sagt sie und kichert. Mit ihrer Schnitzarbeit ist sie aber sehr zufrieden. Die Maske sei zum Glück genauso geworden, wie sie diese skizziert habe. Sebastian Sacirovic hingegen ist von seiner Skizze stark abgewichen: «Eigentlich wollte ich den Kopf symmetrisch machen, doch asymmetrisch gefällt er mir jetzt noch viel besser. Das macht ihn einzigartig.» Nur die Augenbrauen fehlen seinem «Jonas» noch – so würde er die Maske nennen, die vor ihm auf der Schnitzbank liegt und ihn mit dreieckigen Augen anstarrt.

Eigentlich haben die Schüler aber gar keine Zeit für eine lange Namenssuche: Sie müssen nämlich noch Hirschhörner und Kuhzähne in ihre Masken eindübeln und ihnen mit Schafswolle Frisuren verpassen. Die 14-jährige Hüsniye Kisakara hat speziell viel Arbeit vor sich. Sie hat im Internet nach venezianischen Masken gegoogelt und möchte die verschnörkelten Muster nun aufs Holz bringen. Gar nicht so einfach, dranzubleiben, denn die Schnörkel brauchen lange. «Im Schnitzen gilt es, Durchhaltewillen zu zeigen», so Lisibach. Dies zeigt sich speziell bei einem Schüler, der nach einem Sportunfall mit eingegipstem Arm vor seiner Maske sitzt. Er möchte bis zur heutigen Schlussveranstaltung, an der alle Projekte ausgestellt werden, unbedingt fertig werden.

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