Das Hightech Zentrum Aargau vernetzt Unternehmen
Die Schuhindustrie der Zukunft

Bei Fragen zu neuen Technologien oder Innovationsvorhaben sind Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Kanton Aargau beim Hightech Zentrum Aargau an der richtigen Adresse. Auch die Schuhindustrie hat vor drei Jahren angeklopft. Technologie- und Innovationsexperte Renato Franchetto macht nun das, was zur Kernaufgabe des Hightech Zentrums Aargau gehört: die Vernetzung von Unternehmen – untereinander, aber auch mit Forschungsinstitutionen und Hochschulen.

Helen Dietsche
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Hightech Zentrum Aargau: Für einen modernen und leistungsfähigen Wirtschafts-standort Aargau.

Hightech Zentrum Aargau: Für einen modernen und leistungsfähigen Wirtschafts-standort Aargau.

Zur Verfügung gestellt

«In der Schweiz gibt es für die schuhherstellende Industrie keinen Branchenverband (mehr). Diese Tatsache und die diversen Kontakte mit den Schuhproduzenten haben mich veranlasst, den «Praxiszirkel Schweizer Schuhe» ins Leben zu rufen. Seit rund drei Jahren treffen wir uns regelmässig, tauschen uns aus und entwickeln gemeinsam Ideen, wie die Schuhe aus dem Aargau – gemeinsam mit den schweizweit tätigen Unternehmen – langfristig auf dem Markt bestehen können», erklärt Renato Franchetto. «Die Marke Schweiz geniesst nach wie vor ein sehr gutes Ansehen, doch aufgrund des Preisdruckes braucht es neue Ansätze.»
Gemeinsam erfolgreich
«Konsumentinnen und Konsumenten sind bereit, für Schuhe einen höheren Preis zu bezahlen, aber – das wird im Austausch mit den Teilnehmenden am Praxiszirkel deutlich – sie müssen einen sichtbaren Mehrwert erkennen», so Franchetto. Möglich ist das, wenn zum Beispiel die Rohmaterialien von besserer Qualität sind als bei der Massenware aus dem Ausland, sprich: Woher stammt das Leder? Wie wurden die Tiere gehalten? Und immer wichtiger wird: Wie wurde das Leder gefärbt? Dort sind natürliche, ungiftige Farbstoffe auf dem Vormarsch. Umweltschutz, Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit sind auch bei der Schuhwahl ein Thema. «Gemeinsam erarbeiten wir neue Ideen und suchen für die Umsetzung passende Partner. Nur so kann die Schuhindustrie – im Aargau und schweizweit – die Erwartungen der Schuhträger erfüllen und weiterhin erfolgreich tätig sein.»

Dr. Max Schär, CEO Anova Swiss AG Wir sind in einem spezialisierten Markt tätig und können deshalb existieren. Eigentlich ist die Schweiz zu klein für mehrere Schuhproduzenten. Viel besser wäre es, wenn wir uns zusammenschliessen und auf einen gemeinsamen Produktionsstandort einigen würden. So könnte jeder Hersteller seine Stärken einbringen und alle Modelle wären tatsächlich Made in Switzerland.
4 Bilder
Daniel Omlin, CEO und Geschäftsleiter FRETZMEN AG FRETZ – über 100 Jahre Schuhtradition im Kanton Aargau. Seit Beginn wird der Familienbetrieb langfristig wirtschaftlich und sozialverträglich geführt. Als grösster verbliebener Schweizer Schuhproduzent montieren wir heute in Fahrwangen mit unseren rund 65 Mitarbeitenden täglich über 1000 Paar Schuhe – leider nur für Männer!
Barbara Artmann, Inhaberin und Geschäftsführerin Künzli SwissSchuh Für Künzli ist der Aargau Heimat seit 1927. Heute bilden zentrale Erreichbarkeit und Verfügbarkeit von kompetentem Personal die Vorteile. Schuhwissen allerdings findet sich heutzutage international, z. B. im Forschungszentrum in Deutschland oder im von Italien beeinflussten Know-how unseres Produktionsstandortes in Albanien.
Antonio Zullo, Inhaber TechnoBoots Ltd. Dank dem Praxiszirkel Schweizer Schuhe ist es unserer kleinen Manufaktur gelungen, sich aus ihrer Anonymität hervorzuheben, um neue Wege der Produktentwicklung durch Digitalisierung zu erforschen. Denn nur durch Qualität und Innovation können wir unsere hohen Produktionskosten gegen einen einst florierenden, aber heute deflationierenden Markt legitimieren.

Dr. Max Schär, CEO Anova Swiss AG Wir sind in einem spezialisierten Markt tätig und können deshalb existieren. Eigentlich ist die Schweiz zu klein für mehrere Schuhproduzenten. Viel besser wäre es, wenn wir uns zusammenschliessen und auf einen gemeinsamen Produktionsstandort einigen würden. So könnte jeder Hersteller seine Stärken einbringen und alle Modelle wären tatsächlich Made in Switzerland.

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