Strassenbelag
Die schlechten Beläge sind geschwächt

Die Schäden des ersten Wintereinbruchs über die Festtage halten sich im Oberaargau (noch) in Grenzen. Damit keine Riesenlöcher entstehen, müssen die schadhaften Stellen jetzt geflickt werden. Das beschert den Strassenarbeitern viel Arbeit.

jürg rettenmund
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Geflickt und bricht immer wieder ein: Ringstrasse in Langenthal. jr

Geflickt und bricht immer wieder ein: Ringstrasse in Langenthal. jr

Solothurner Zeitung

Weihnachten war weiss, inzwischen sind die Strassen im Oberaargau wieder schwarz. Wenigstens einen Trost hat Alfred Hutmacher, Strassen-
inspektor Oberaargau beim Oberingenieurkreis IV des Kantons, nach dem kurzen Gastspiel des Winters: Besondere Einsätze waren für seine Mitarbeitenden nicht nötig, um Schäden zu flicken, die bisher unter Schnee und Eis zum Vorschein kamen. Für eine Bilanz oder eine Kostenabschätzung ist es aber noch zu früh: Seine volle Sprengkraft entfaltet der Frost erst, wenn der Frühling vor der Tür steht.

«Es sind bekannte Strassenstücke, die uns Sorgen bereiten», erklärt Hutmacher. Sie haben alte Beläge, für die seit Längerem eine Sanierung ansteht. Zu Verzögerungen kann es zum Beispiel kommen, weil diese mit Leitungsbauten der betroffenen Gemeinde koordiniert werden muss.

«Providurium» Kreisel Hard

Spontan nennt Hutmacher den Kreisel Hard zwischen Langenthal und Aarwangen. Dieser ist eigentlich seit dem Bau 1989 ein Provisorium. «Ein Providurium», wie der Strasseninspektor es nennt. Nun soll er bald definitiv saniert und vergrössert werden (das az Langenthaler Tagblatt berichtete).

Richtig reparieren lassen sich Strassenschäden bei den gegenwärtigen tiefen Wintertemperaturen gar nicht. Nur Notflicke mit so genanntem Kaltbelag sind möglich, die aber gemäss Hutmacher bei einer nächsten Frostphase wieder aufbrechen werden.

Im Oberaargau nicht so gravierend

Im Oberaargau hielten sich jedoch die Schäden, die nach einer sofortigen Reparatur riefen, in Grenzen. «Über Weihnachten waren wir mit der Schneeräumung stark gefordert», blickt Hutmacher auf die hektischen Festtage für seine Werkhof-Mitarbeiter zurück. Danach seien zum Glück keine Sondereinsätze für Reparaturen nötig gewesen.

Ähnlich wie beim Kanton lautet die Bilanz bei den angefragten Gemeinden der Region. «Wir lassen keine grossen Löcher entstehen, flicken vorneweg, wenn sich Schäden abzeichnen», erklärt Anton Rauch, Leiter des Werkhofes Huttwil. «Das bezahlt sich nun aus.»

«Wir haben zwar mehr Schäden als normal, können diese aber bewältigen», sagt Hanspeter Zingg, Werkmeister von Langenthal. Zwei bis drei Stellen im Strassennetz würden dabei besonders beobachtet. «Sobald wieder mit Heissbelag repariert werden kann, müssen wir dort Aufträge an Baufirmen für die definitive Reparatur ausschreiben», hält Zingg fest. Als Beispiel nennt er die Ringstrasse im Bereich der Lichtsignalanlage. «Dort sind wir dauernd daran, provisorisch zu flicken, doch immer wieder bricht es von Neuem ein.» Priorität habe im Moment, den Belag so instand zu stellen, dass er nicht zur Sturzfalle für Velofahrer werde.

«Einzelne Löcher, die sich aber im normalen Rahmen nach einer Frostperiode halten», meldet auch Hans-peter Rentsch, Fachbereichsleiter Tiefbau der Gemeinde Herzogenbuchsee. Noch keinen genauen Überblick hat im Moment Kurt Eggenschwiler, Leiter Werkbetriebe in Niederbipp: «Bei uns bleibt der Schnee immer etwas länger liegen als anderswo, die Schäden kommen in diesen Tagen erst zum Vorschein.»

Putzen ist angesagt

Etwas anderes als Frostschäden hält nun allerdings die Huttwiler Werkhof-Mitarbeitenden auf Trab: Der Dreck und Abfall, der mit dem Wegschmelzen der Schneehaufen zurückleibt. «Im Ortskern stammt er zum Teil noch vom Wiehnachtsmärit oder vom Altjahrsmärit. Deshalb putzen wir dort heute Nachmittag», blickte Rauch gestern Mittag voraus.

Noch sei es allerdings zu früh für eine Bilanz, hält Strasseninspektor Alfred Hutmacher fest. «Der Winter ist noch lang.» Deshalb lasse sich auch noch kein Vergleich ziehen mit den beiden vorangegangenen kalten Jahreszeiten, die jeweils als schadenreiche in die Annalen eingingen und ihre Spuren in den öffentlichen Haushalten hinterliessen.

Auch für Hanspeter Rentsch und Hanspeter Zingg ist es noch zu früh, um einzuschätzen, ob der aktuelle der dritte harte Winter in Serie wird. Es zeichne sich aber ab, erklärt Zingg: «Durch das viele Pflügen sind die Strassen mit nicht mehr ganz einwandfreiem Belag geschwächt.» Im Frühjahr, wenn sich das Wechselspiel zwischen Gefrieren und Auftauen verstärke, böten diese Strassen dem Frost ideale Angriffsflächen. «Dann wird sich das wahre Ausmass der Winterschäden erst zeigen.»

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