Psychische Krankheit
Die Prävention psychischer Krankheiten soll besser werden

Jede fünfte Person im Kanton Zürich ist im Laufe ihres Lebens mindestens einmal von einer schweren Depression betroffen. Knapp ein Viertel der Kinder und Jugendlichen leidet unter psychischen Beschwerden. Ein Grundlagenbericht zeigt nun, wie die psychische Gesundheit verbessert werden kann.

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Risikofaktoren sollten ausgeschaltet oder abgeschwächt, Schutzfaktoren gestärkt werden.

Risikofaktoren sollten ausgeschaltet oder abgeschwächt, Schutzfaktoren gestärkt werden.

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Bei Jugendlichen ist Suizid zusammen mit Verkehrsunfällen die häufigste Todesursache. Anstrengungen zur Prävention psychischer Erkrankungen und im Speziellen zur Suizidprävention seien notwendig, schreibt Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger im Vorwort des am Dienstag veröffentlichten Berichts.

Der Bericht füllt eine Lücke, wie die Gesundheitsdirektion mitteilte. Denn trotz des grossen menschlichen Leids und der hohen Kosten, die durch psychische Erkrankungen verursacht werden, fehlten bislang die Grundlagen zur Prävention und Gesundheitsförderung in diesem Bereich.

Frühzeitig Hilfe suchen

Risikofaktoren sollten ausgeschaltet oder abgeschwächt, Schutzfaktoren gestärkt werden. Von grosser Bedeutung seien Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Störungen, auch unter Ärzten und Pflegefachleuten. Diese könnten dazu führen, dass Betroffene zu spät oder gar nicht Hilfe suchen, heisst es in der Mitteilung. Eine Störung könne dadurch verschärft oder chronisch werden.

Psychische Krankheiten sollten zu «normaleren» sozial akzeptierten Krankheiten werden, fordert der Bericht. Die Autoren beschreiben sinnvolle Handlungsmöglichkeiten wie, von wem und wo gesundheitsfördernde und präventive Aktivitäten erfolgen können. Ausserdem werden Grundsätze und Regeln formuliert, denen Projekte genügen müssen, damit sie vom Kanton finanziell unterstützt werden.

Im Kanton Zürich betragen die Gesundheitskosten für psychische Krankheiten rund 700 Millionen Franken jährlich. Für Prävention psychischer Störungen werden 9 Millionen Franken aufgewendet. Der Bericht schlägt vor, 16 Millionen Franken dafür einzusetzen. Das entspricht 2,3 Prozent und damit dem Anteil an den Gesundheitskosten, der schweizweit für allgemeine Prävention und Gesundheitsförderung aufgewendet wird. Dies sei weniger als in vergleichbaren Ländern.

Der Bericht «Prävention psychischer Erkrankungen - Grundlagen für den Kanton Zürich» ist auf Initiative des Zürcher Vereins Psychiatrischer Chefärzte sowie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich entstanden, unterstützt von der Gesundheitsdirektion. Er hat einen Umfang von 90 Seiten, kostet 26 Franken und kann bezogen werden unter: E-Mail: praev.gf@ifspm.uzh.ch, Telefon: 044 634 46 24.