Stadttheater
Die Operette mit üppiger Ausstattung geradezu zelebriert

Am Samstag gastierte das Operettentheater Salzburg in Langenthal. Vor ausverkauftem Haus brachte es mit Lehars «Das Land des Lächelns» eine gehörige Portion Exotik mit einem Schuss Nostalgie auf die Bühne.

Jana Fehrensen
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Das Salzburger Operettentheater zu gast im Langenthal (Symbolbild)

Das Salzburger Operettentheater zu gast im Langenthal (Symbolbild)

Keystone

Effektvoll und eindrücklich, so muss man die Produktion des Operettentheaters Salzburg bezeichnen. Vom ersten Moment an holte es den Zuschauer ab und zog ihn mit dem historisch-zeitgetreuen Bühnenbild (von Christine Sadjina-Höfer), den detailreichen Bühnenmalereien (von Georg Klingersberger) und aufwendigen Kostümen (von Gerlinde Höglhammer) mitten ins Geschehen rein.

Das Auge konnte sich kaum satt sehen an den Prunkwänden des Wiener Salons, der von einem Bild in der Manier von Gustav Klimt dominiert wurde und die goldene Opulenz des chinesischen Palastes des zweiten und dritten Aktes vorweg nahm.

Ungewöhnlich glaubhaft

Die Regisseurin Lucia Meschwitz zelebrierte geradezu mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln die Stimmung der Operette «Das Land des Lächelns». Üppige Ausstattung und wunderbar choreografierte Ballett-Einlagen (Monica Fotescu-Uta) bildeten jedoch nur den Hintergrund, vor dem sich die tragische Liebesgeschichte zwischen Lisa und Prinz Sou-Chong entwickelt. Obwohl die Operette zwischen Musik und Libretto nur wenig Spielraum bietet, gelang es Meschwitz für diese Musikgattung ungewöhnlich glaubhaft, die Tragik der Liebe, die an Kulturunterschieden entzwei bricht, herauszuarbeiten.

Musikalisch hatte die Aufführung ebenfalls einiges zu bieten. Das Orchester des Operettentheaters Salzburg unter der musikalischen Leitung von Dimitar Panov verstand es, die unterschiedlichen Stimmungen des Werkes darzustellen. Das Orchester traf sowohl den eleganten Ton der Wiener Gesellschaft als auch üppig farbige Exotik des Fernen Ostens. Auf gutem Niveau bewegte sich auch das Sängerensemble. Claudia Guarin in der Rolle von Lisa beeindruckte durch ihre stimmliche Präsenz.

Sie meisterte mühelos die anspruchsvollen Koloraturen ihrer Partie. Bezaubernd wirkte Sijia Lu in der Rolle von Mi. Sie schaffte es, hinter dem Grotesk-Puppenhaften menschliche Züge hervorblitzen zu lassen. Daniel Camille Bentz verlieh dem Grafen von Pottenstein einen galanten und humorvollen Ton. Eine kurze Indisponiertheit im ersten Akt wurde ihm dabei gerne verziehen.

Blasser Prinz Sou-Chong

Abdul Candao erbrachte in der Rolle des Prinzen Sou-Chong sowohl darstellerisch als auch sängerisch eine durchmischte Leistung. Zwar erfolgte nach dem ersten Akt eine wesentliche Steigerung im Gesangsbereich, doch sein Auftritt blieb blass und ohne Konturen. Doch dies tat der Gesamtwirkung der guten Aufführung keinen Abbruch und die Zuschauer konnten die unvergängliche Schönheit von Lehars Melodien von Herzen geniessen.