Fussball
Die Old Boys und Basel U21 vor dem Start in die Rückrunde

Die U21 des FC Basel will in der Rückrunde einige Plätze gut machen und setzen dabei weiterhin auf junge Spieler. Die Old Boys wollen mit dem neuen Trainer Marco Chiarelli ihrer Philosophie treu bleiben.

Alan Heckel und Jeremy Weill
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Die U21 des FC Basel will sich in der Tabelle verbessern.

Die U21 des FC Basel will sich in der Tabelle verbessern.

Nordwestschweiz

Gut» ist das Adjektiv, das Thomas Häberli am häufigsten über die Lippen kommt, wenn er auf den Rückrundenstart in der Promotion League angesprochen wird. «Wir haben gut trainiert, gute Leistungen in den Vorbereitungsspielen gezeigt und zudem gute Ergebnisse erzielt», sagt der Trainer des FC Basel U21 und schiebt wenig überraschend nach: «Ich habe ein gutes Gefühl.»

Auf den ersten Blick irritiert der Optimismus ein wenig, denn die winterliche Transferbilanz zeigt, dass acht Abgängen nur zwei Zugänge – Innenverteidiger Pedro Pacheco und Mittelfeldspieler Charles Pickel, die beide aus der U18 «hochgezogen» wurden – gegenüberstehen. Häberli rechnet aber fest damit, dass Topskorer Albian Ajeti und Mittelfeldtalent Robin Huser, die seit diesem Jahr zum «Eins» gehören, zu mehreren Einsätzen in der U21 kommen werden.

Auch deshalb hat der Trainer darauf verzichtet, sein Kader mit weiteren U18-Akteuren zu bestücken. Zudem hätte die zweithöchste Juniorenstufe der Rot-Blauen bei noch mehr Abgängen wohl zu viel Substanz verloren. «Wir mussten ein Ausbluten verhindern, schliesslich muss die U18 ja auch Resultate einfahren», erklärt Häberli und fügt hinzu: «Die U21 ist mittlerweile praktisch eine U18 geworden.»

Noch zwei mit 1995er-Jahrgang

Ein Blick auf die Kaderliste stützt die Aussage des Trainers. Sollte er heute im Heimspiel gegen Delémont auf Albian Ajeti und Huser zurückgreifen dürfen, würde er wohl eine Startelf nominieren, in der gleich sieben Spieler 18 Jahre oder jünger sind. Mit Michael Schär und Samuele Campo stehen als «Kontrast» nur noch zwei Junioren mit Jahrgang 1995 im Aufgebot.

Letzterer wurde von Häberli nach dem Abgang von Simon Dünki als dessen Nachfolger bestimmt. «Wenn Campo regelmässig spielen kann, kann er diese Rolle sehr gut ausfüllen», sagt der Chefcoach über den Mittelfeldspieler mit dem starken linken Fuss, der in der Vergangenheit immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde. Die Partie am Samstag wird um 15 Uhr auf dem Campus angepfiffen. Der Grund für den Ortswechsel ist der schlechte Zustand des Rasens im Rankhof.

Wir können jedes Spitzenteam schlagen

Nachdem die Basler die Vorrunde auf Rang 7 beendet haben, hofft man bei Rot-Blau, sich im zweiten Halbjahr um ein paar Plätze zu verbessern. Dass die Doppelbelastung in der Uefa Youth League wegfällt, dürfte dem FCB in die Karten spielen. Eine konkrete Rangierung als Ziel hat Thomas Häberli aber nicht ausgegeben, weil er nicht weiss, welche Spieler ihm Wochenende für Wochenende zur Verfügung stehen. «Wenn alle da sind, können wir jedes Spitzenteam schlagen», ist der Coach überzeugt.

Um Nationalmannschafts-Absenzen vorzubeugen, versuchen die Verantwortlichen, ein paar Partien zu verschieben. Denn spielt beispielsweise die U19-Nati, muss der FCB mit Albian Ajeti, Nicolas Hunziker und Cedric Itten auf seinen kompletten Sturm verzichten. Immerhin hat Trainer Häberli derzeit kaum Sorgen mit verletzten Spielern. Bis auf die Langzeitverletzten Deni Kadoic (Adduktoren) und Marko Drakul (Hüfte) sind alle einsatzfähig.

Die Old Boys starten mit einem neuen Trainer in die Rückrunde

Aufgrund einiger dummer Niederlagen im Spätherbst steigen die Old Boys wieder einmal aus der hinteren Tabellenhälfte in die Rückrunde. Unterschied dieses Mal: Mit Marco Chiarelli steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie. «Wir wollen unserer Philosophie, mit jungen Spielern zu arbeiten, treu bleiben und sogar eher noch ausbauen», erklärt Sportchef Walter Schneider. «Marco Chiarelli hat bereits bei Amicitia Riehen exzellent mit Jungen gearbeitet.»

Schneider hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er Chiarelli gerne zu OB holen würde, nachdem die beiden zuletzt vier Jahre durchaus erfolgreich bei Amicitia zusammengearbeitet haben. Genauso waren die Old Boys unter Ex-Trainer Roger Hegi nie ganz auf Touren gekommen. Nach dem ersten, überragenden Halbjahr (Herbst 2012), geriet die Mannschaft in eine Negativspirale.

Etliche langjährige, treue Spieler verliessen den Verein und in der darauffolgenden Saison waren die Gelbschwarzen das Team mit den meisten Niederlagen in der Liga. Auch gab es in der ersten Mannschaft eine Kürzung des Budgets, weswegen man erst recht auf junge Spieler zählen musste.

Vincent Leuthard ist auf Weltreise

Namhaftester Abgang bei den Old Boys ist Stürmer Maryan Andonov, der die Basler mit nur zwei Toren, dafür sechs gelben und einer roten Karte nicht weiter gebracht hat. Zudem sind Patrik Breton und Patrick Mäder (zumindest vorübergehend) verletzungsbedingt nicht mehr im Kader, genauso wie Vincent Leuthard, der eine Weltreise antritt.

Dafür gibt es einige Zuzüge: Ex-FCB-Aussenverteidiger Serkan Sahin (27) kommt aus der dritten türkischen Liga und versucht, bei OB wieder in der Schweiz Fuss zu fassen. Dazu kommen mit Domenic Denicola (Birsfelden), Valentin Mbarga (Basel U21), Hasan Ates, Deny Gomes (beide Concordia), Talha Esastürk, Varol Tasar und Tiberio Vogrig (eigener Nachwuchs) weitere Spieler, die allerdings aus viel tieferen Ligen kommen oder vergleichsweise wenig Spielpraxis haben.

Die Achse ist entscheidend

Ziel der Old Boys dürfte es auch sein, weniger Gegentore zu bekommen, denn in den vergangenen Jahren hatte der Quartierclub immer eine negative Tordifferenz. «Es hilft sicherlich, dass wir endlich ein breiteres Kader haben», meint Sportchef Schneider, auch unter Verweis der manchmal dünn besetzten Ersatzbank in der Hinrunde. Fünf Zähler Vorsprung haben die Old Boys auf einen Abstiegsplatz. Alles in allem sollte das Team eine Relegation vermeiden können. Entscheidend werden dabei die Leistungen der Achse mit Kapitän Diren Akdemir, Onur Akbulut und Florian Müller sein.